Taktikschule : Stuttgart: Klar gegliedert und doch variantenreich

Markus Babbel hat schnell gehandelt, als er Ende des vergangenen Jahres den Trainerjob beim VfB Stuttgart von Armin Veh übernahm.

Mathias Klappenbach
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Veh hatte mit verschiedenen Mittelfeldformationen experimentiert und dabei häufig auf einen eindeutigen Spielmacher gesetzt. Obwohl der VfB in Yildiray Bastürk, Jan Simak und Elson dazu durchaus befähigte Spieler im Kader hat, führte das eher zu Verunsicherung, die Mannschaft schien mit diesem System überfordert. Der bisherige Kotrainer Babbel übernahm das Team ohne die nötige Trainerlizenz mit einer Ausnahmegenehmigung und entschied sich sofort für eine feste Grundformation im Mittelfeld mit zwei Sechsern und zwei Außenspielern. Dadurch wurden die Stuttgarter stabiler, vor allem in der Defensive sind die Aufgaben für jeden Mittelfeldspieler klar verteilt. Und bei eigenem Ballbesitz funktioniert das Wechselspiel zwischen den jeweils angreifenden Mittelfeldspielern und denen, die absichern, bestens. Babbels Formation bringt mehr Handlungsoptionen, die durch Mario Gomez noch zahlreicher werden. Der Stürmer ist stets anspielbar und dank seiner Durchsetzungskraft auch immer torgefährlich. Gomez bindet Gegenspieler und reißt so Löcher für die aufrückenden Spieler – auch wenn er auf die Flügel ausweicht.

Markus Babbel, mit dem der VfB erst ein einziges Bundesligaspiel verloren hat und auf einen internationalen Startplatz geklettert ist, kann sich in der stabilen Grundordnung vor allem auf diesen Trumpf verlassen. Und nach seiner Vertragsverlängerung kann er nächste Saison dann auch den Trainerschein machen.

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