Taktikschule : Viele Schlüsselduelle - und Misimovic

Die Bayern müssen nach Wolfsburg. Falls keiner der beiden Trainer überraschend von seiner üblichen Taktik abweicht, weiß jeder, was ihn im Spitzenspiel der Bundesliga am Samstag erwartet.

Mathias Klappenbach
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Die starke linke Seite der Bayern stoppt man am besten, indem man Franck Ribéry doppelt oder trippled, die Vorstöße des Wolfsburger Außenverteidigers Marcel Schäfer muss man möglichst früh unterbinden, und Sascha Riether darf man auf der anderen Seite auch nicht aus den Augen lassen. So weit, so bekannt, deshalb werden solche Spiele oft angeblich durch die so genannten Schlüsselduelle entschieden. Etwa das indirekte zwischen den Stürmern Luca Toni und Grafite oder das des hüftsteifen Daniel van Buyten gegen den erstaunlich wendigen Edin Dzeko.

Entscheidend könnte aber ein ganz anderes Duell werden, an dem nicht nur zwei Spieler beteiligt sind: das des defensiven Mittelfelds der Münchner gegen Wolfsburgs Regisseur Zvjezdan Misimovic (Bild). Der Bosnier ist mit Abstand der beste Torvorbereiter der Liga (14 Vorlagen). Die Mehrzahl der Angriffe läuft über ihn, und Mark van Bommel allein wird nicht alle unterbinden können. Die große Schwäche der Münchner, bei denen nach Ballverlusten eine zu große Lücke zwischen Mittelfeld und Abwehr klafft, könnte deshalb gegen Wolfsburg zu einem besonders großen Problem werden, wenn Misimovic viel Zeit für seine feinen Pässe bekommen sollte. So wird wohl Zé Roberto, der sonst das Spiel nach vorne trägt, am Samstag viel Defensivarbeit gegen Misimovic verrichten müssen. Das könnte aber bedeuten, sich zu sehr nach dem Gegner zu richten. Vieles wird in diesem Spiel davon abhängen, wieviel Respekt die Bayern vor Misimovic haben.

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