Taktikschule : Wolfsburg: Torschützenkönig Grafite ins Mittelfeld?

Die Wolfsburger verlieren in der Vorwärtsbewegung viele Bälle, die sie früher schon abgespielt gehabt hätten. Jetzt will Trainer Armin Veh die Zone dieser Ballverluste stabilisieren.

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Armin Veh weiß, wie es ist, mit dem Meister abzustürzen. Das hat er selbst erlebt mit dem VfB Stuttgart, gegen den er zum Start der Rückrunde mit seinen Wolfsburgern spielt. Die hat er nach der Meisterschaft von Felix Magath übernommen. Er wollte die Mannschaft weiterentwickeln und ihrer großen Stärke des schnellen Konterns noch die des schnellen Kurzpassspiels hinzufügen. Zusammen mit der Formkrise einiger Abwehrspieler hat das aber dazu geführt, dass die Wolfsburger in der Vorwärtsbewegung viele Bälle, die sie früher schon abgespielt gehabt hätten, verloren und so viel zu viele Gegentore (32) kassierten. Jetzt will Veh genau die Zone dieser Ballverluste stabilisieren und mit zwei Sechsern statt einem spielen. So bleiben zwei offensive Mittelfeldspieler übrig, der geniale Spielmacher Zvjezdan Misimovic ist aber in der Mitte am gefährlichsten und wirkungsvollsten. Eine Möglichkeit, ihn auf dieser Position zu belassen, besteht darin, einen der beiden Stürmer teilweise ins Mittelfeld zurückzuziehen. Das dürfte vornehmlich der kriselnde Torschützenkönig Grafite  sein, der auf Außen durchaus Stärken besitzt. Das Muster eines Wolfsburger Tores sah in der vergangenen Saison so aus, dass Grafite (oft vom zurückhängenden Misimovic) nach einem Ballgewinn mit einem weiten Pass an der Außenlinie eingesetzt wurde, wo er sich im Zweikampf durchsetzte und danach kaum noch aufzuhalten war. Da befand er sich aber in der Vorwärtsbewegung. Als Mittelfeldspieler, der mit einem Kurzpass und mit dem Rücken zum Tor angespielt wird, müsste er sich aber erst drehen und dann Tempo aufnehmen. Das ist trotz seiner Zweikampfstärke nicht sein Spiel. Die Stabilisation der Defensive für Vehs Kurzpassspiel könnte so zu Lasten der Stärke des Wolfsburger Angriffs gehen.

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