TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Man mochte kaum hingucken. Bei der vergangenen EM versuchten es die Schweden gegen Griechenland mit einer Art Gedächtnistaktik für die Griechen, den Europameister von 2004. Zwar spielten die Skandinavier ohne Libero, aber mit acht Defensivleuten. Vorne gab es ja Zlatan Ibrahimovic (Foto). Daran hat sich so viel nicht geändert, obwohl diese Taktik nicht funktionierte und sowohl die Schweden als auch die Griechen nach der Vorrunde ausschieden. Doch auch bei diesem Turnier haben die Schweden in der Offensive selten eine andere Idee, als den Ball ihrem Starstürmer, der inzwischen eher im Mittelfeld spielt, zu geben. Bei der Niederlage gegen die Ukraine im ersten Spiel versuchten sie in den ersten Minuten mit aggressivem Pressing den Ball nahe dem gegnerischen Tor zu erobern, um dann sofort gefährlich zu werden. Dies stellten sie jedoch bald ein, von da an wurde aus der dichten Defensive immer wieder versucht, lange Pässe auf Ibrahimovic zu spielen – eine ähnliche Vorgehensweise wie die der Engländer im ersten Spiel gegen Frankreich. Das offensive Mittelfeld kreierte keine gefährlichen Aktionen. Ibrahimovic ist für seinen großen und massigen Körper ungemein wendig und bereitet auch gerne Tore seiner Mitspieler vor, er hatte in Anatoli Timoschtschuk aber einen ständigen Bewacher, der viele Aktionen früh unterband. Und auf sich kann selbst Ibrahimovic nicht flanken. Erst als er sich in der zweiten Hälfte mehr im Sturmzentrum aufhielt und sich auch andere wie der eingewechselte Christian Wilhelmsson für Offensivaktionen und Flanken zuständig fühlten, schien ein weiterer Treffer nicht unwahrscheinlich. Der in der Schlussphase aufgerückte Innenverteidiger Olof Mellberg hatte noch die Chance zum Ausgleich, als Schweden offensiv spielte. Spielen musste.

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