Taktischule : Wie die Bayern heute Hoffenheim schlagen wollen

Vor dem Spitzenspiel erklärt unser Taktikexperte Mathias Klappenbach die Stärken und Schwächen des Aufsteigers Hoffenheim und des Rekordmeisters Bayern München.

Mathias Klappenbach
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Welchen Stellenwert die TSG Hoffenheim inzwischen erreicht hat, zeigt sich daran, dass jetzt sogar schon Hermann Gerland gefragt wird, wie dem Tabellenführer denn beizukommen sei. Der knorrige Gerland ist der Trainer der zweiten Mannschaft des FC Bayern, wo er die jungen Spieler des Rekordmeisters ausbildet. Die jungen, offensiven und schnellen Hoffenheimer hätten eine sehr gute Raumaufteilung und würden ihr Spiel mit den vertikalen Pässen sehr gut durchziehen, etwas Besonderes sei das bei aller Hochachtung aber nicht, sagt Gerland. Wichtiger als Taktik und Spielweise sei vielmehr die Qualität der einzelnen Spieler, und da sei der FC Bayern einfach besser und werde sich deshalb im Spitzenspiel durchsetzen.

Damit Zé Roberto und Franck Ribéry dazu kommen, ihre Klasse zu entfalten, müssen die Münchner aber auch die speziellen Fähigkeiten der Hoffenheimer beachten. Neben der wahrlich sehr guten Raumaufteilung sind dies vor allem ihre große Laufstärke und die Fähigkeit, am Ende ihrer Kombinationen den mutmaßlichen Torschützen mit einem direkten kurzen Pass in den gegnerischen Strafraum zu schicken. So wird Vedad Ibisevic von Chinedu Obasi (beide im Bild) oder von Demba Ba eingesetzt, und genauso setzt er die beiden anderen ein, wenn diese Pässe nicht gerade von einem der aufgerückten Mittelfeldspieler kommen. Wer besser als Hoffenheim sein will, muss deren Angriffsmaschinerie genau an diesem Punkt stoppen. Wenn das gelingt, bekommt man sogar eine Menge Raum für eigene Angriffe, da alleine schon die drei Hoffenheimer Angreifer nicht hinter dem Ball sind. Mindestens drei, denn auf die Frage, ob er auch gegen die großen Bayern mit drei Stürmern spielen will, sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick: „Vielleicht mit vier.“ War aber nur ein Spaß.

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