Sport : Talentförderung: Ein Vorbild für die Liga

Der SC Freiburg ist wieder einmal vorbildlich. Als der Fußball-Bundesligist am Samstag seine Fußball-Schule offiziell eröffnete, wollten DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Liga-Chef Werner Hackmann und Karl-Heinz Rummenigge, Vizepräsident des FC Bayern München, dabei sein. Sogar Englands U 21-Nationalcoach David Platt war unter den Gästen. "Das, was hier entstanden ist, hat Vorbildcharakter für die Liga", sagte Mayer-Vorfelder.

"Begleiten, ausbilden, fördern, fordern, helfen", lautet das Motto von Freiburgs Coach, dem ehemaligen Oberstudienrat Volker Finke, der das Projekt am Kaiserstuhl in den vergangenen drei Jahren gemeinsam mit Manager Andreas Rettig, Präsident Achim Stocker und dem ehemaligen Profifußballer Andreas Bornemann entwickelt hatte. Die ausgebildeten Talente sind für den Uefa-Cup-Teilnehmer keine reinen Rendite-Objekte. Denn, "der dadurch aufgebaute Druck könnte tödlich sein", warnt Volker Finke. Er dämpft bewusst die Erwartungshaltung. Mal werde drei Jahre lang keiner den Sprung schaffen, dann vielleicht drei in einem Jahr. Finke sagt: "Talentförderung ist nicht planbar."

16 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 erhalten die Chance, das duale Ausbildungssystem in Anspruch zu nehmen. Der SC Freiburg kümmert sich um die Förderung auf dem Platz. Partnerfirmen bemühen sich, die Nachwuchskräfte auszubilden. Eine wichtige Absicherung, da "maximal zwei bis drei Prozent später beim SC spielen werden", sagt Finke. Er ist hundertprozentig von dem Projekt überzeugt: "Warum sollen wir nicht eine bessere Jugendarbeit leisten als der FC Bayern München?" Rummenigge scheint ähnlicher Ansicht. "Es sollte die Pflicht jedes Vereins sein, solch ein Projekt auf die Beine zu stellen", sagte der frühere Nationalspieler.

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