• Tanja Szewczenko schien noch 24 Stunden vor ihrer Startabsage "hundert Prozent fit"

Sport : Tanja Szewczenko schien noch 24 Stunden vor ihrer Startabsage "hundert Prozent fit"

Ulrike John

Mit der Absage ihres Saisondebüts hat Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko am Mittwoch für Verwirrung gesorgt. Wegen einer Fußverletzung muss die 22-jährige Düsseldorferin auf den Grand-Prix-Start am Wochenende in Gelsenkirchen verzichten. Wegen eines "akut entzündlichen Spreizfußes links mit erheblicher Weichteilschwellung", so das ärztliche Attest des Münchners Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, habe die dreimalige deutsche Meisterin zuletzt nur ein reduziertes Training absolviert. Ihr Trainer Peter Jonas hatte zuvor versichert: "Tanja ist körperlich stabiler geworden, und im technischen Bereich läuft es optimal. Sie ist hundert Prozent fit."

Mit Verblüffung registrierte die Deutsche Eislauf-Union (DEU) die Wende. "Für uns kam die Absage überraschend. Wir sind davon ausgegangen, dass die Vorbereitungen auf Gelsenkirchen gut gelaufen sind", erklärte Udo Dönsdorf, der Sportliche Leiter der DEU. Promi-Doktor Müller-Wohlfahrt rechnet damit, dass Tanja Szewczenko "voraussichtlich ab nächster Woche wieder voll trainieren kann". In der Planung der EM-Dritten wäre ihr nächster Wettkampf die NHK-Trophy (2. bis 5. Dezember) in Nagoya.

Die Leidensgeschichte des Glamourgirls findet damit im vierten Winter nacheinander ihre Fortsetzung. Die Saison 1997 musste die aus Dortmund stammende Läuferin wegen einer Viruserkrankung komplett abschreiben. Ein Jahr später sagte sie ihren Olympia-Start in Nagano wegen einer fiebrigen Erkältung ab. Im Vorjahr sicherte sich die Rheinländerin bei den deutschen Meisterschaften zwar Platz zwei, gab aber bei der EM in Prag unmittelbar vor dem Wettkampf wegen einer Sturzverletzung auf.

"Ihr Name ist vorerst ruiniert", hatte ihr österreichischer Trainer nach dem Fiasko von Prag verkündet. Zwischenzeitlich hatte sich Tanja Szewczenko sogar von Jonas getrennt, danach wurde die Zweckgemeinschaft aber überraschend wieder belebt. Für die DEU kommt es nun schlimm: Nach der Erkrankung von Meisterin Eva-Maria Fitze (München) wäre Szewczenko die einzige deutsche Starterin für die Europameisterschaften im Februar in Wien und die Weltmeisterschaften Ende März in Nizza.

Die deutschen Asse müssen sich beim mit 264 000 Dollar dotierten "Sparkassen Cup on Ice" in Gelsenkirchen hochkarätiger Konkurrenz stellen. Andrejs Vlascenko (Füssen), Peggy Schwarz/Mirko Müller und Kati Winkler/Rene Lohse (alle Berlin) sind gewisshoch motiviert. Die besten Aussichten auf dürften dabei im Paarlauf Schwarz/Müller haben. Die russischen Europameister Maria Petrowa/Alexej Tichonow und Xue Shen/Hongbo Zhao (China) sind erste Sieganwärter.

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