Sport : Tanz und Tränen

BHC-Frauen ziehen in die Hallenendrunde ein

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Berlin - Sofort ansprechbar war Dennis Grueneberg, seit dieser Saison Trainer der Frauen vom Berliner Hockey-Club (BHC), nach dem Viertelfinale der deutschen Hallenmeisterschaft am Samstag gegen den Münchner SC nicht. „Ich brauche erst mal ein paar Minuten, bin fix und fertig“, bat er. Hinter ihm und 250 Zuschauern in der Sporthalle Schöneberg lag ein dramatisches Spiel, „das alles bot, was man sich so denken kann, da fehlte nichts“, wie Grueneberg nach einigen Minuten befand. Das Ergebnis von 6:5 für den BHC nach Siebenmeterschießen bringt dabei den Spannungsbogen der Partie nur halbwegs zum Ausdruck.

1:0 führte der Gastgeber zur Halbzeit, Mitte der zweiten Halbzeit schien das Spiel beim Stand von 4:0 entschieden. Für BHC-Präsident Michael Stiebitz war da der „worst case“ abgewendet, dass bei der Hallen-Endrunde von Männern und Frauen Ende Januar in der Schmeling-Halle nach der 2:8-Niederlage der BHC-Männer gegen Rüsselsheim beide Teams des Ausrichters fehlen und die wirtschaftliche Perspektive der Veranstaltung damit dunkelrot werden könnte.

Doch die Gäste aus Bayern gaben sich nicht auf und kamen wieder heran. Knapp fünf Minuten vor Spielende nahmen sie ihre Torhüterin vom Parkett und wechselten eine zusätzliche Spielerin ein. Das machte sich im 4:4-Ausgleich 38 Sekunden vor Abpfiff bezahlt. Die Verlängerung verlief ausgeglichen, vor allem dank der überragenden Torfrau Karoline Amm blieb der BHC im Geschäft. Im Siebenmeterschießen verwandelte von den ersten fünf Schützinnen auf jeder Seite nur eine. Auch die beiden nächsten blieben erfolglos. Dann hielt Amm erneut, aber Janina Totzke traf für den BHC. Danach tanzte die eine Hälfte des Publikums, die andere war traurig.

„Heute hauen wir uns richtig einen rein“, kündigte Grueneberg an, als er dann zur Analyse in der Lage war. „Wir haben unsere taktischen Vorgaben 40 Minuten lang sehr gut umgesetzt. Dann gab es einen Bruch. Dass wir in der Verlängerung zurückgekommen sind, war für mich das Beste des Spiels.“Klaus Weise

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