Sport : Tanzend in die Kabine

Nach dem ersten Auswärtssieg zeigt sich Alba in Köln sehr erleichtert

Christiane Mitatselis

Köln. Marko Pesic ballte die Hand zur Faust und jubelte. 104 Sekunden vor Ende der Partie gegen Rheinenergie Köln war dem Basketball-Profi vom Bundesligisten Alba Berlin ein Dreier gelungen – und zwar ein ganz wichtiger. Berlin führte nun in Köln mit neun Punkten Vorsprung – und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. 80:70 (39:38) gewann Alba am Ende, und die Berliner wirkten ziemlich erleichtert. Pesic und sein Teamkollege John Best, mit 20 Punkten erfolgreichster Werfer, hüpften Arm in Arm vom Spielfeld in die Katakomben der Kölnarena. Und Alba-Trainer Emir Mutapcic sagte: „Spiele gegen Köln sind immer etwas Besonderes. Ich bin sehr glücklich.“ Es war schließlich der erste Auswärtserfolg seines Teams in dieser Saison. „Das war ein wichtiger Erfolg. Wir haben uns gegenüber den ersten Saisonspielen verbessert“, sagte Mutapcic.

Mutapcics Kollege Stephan Baeck dagegen sah genau so aus, wie man sich einen Trainer vorstellt, der eine erschütternde Bilanz zu kommentieren hat. Vier Spiele, vier Niederlagen, letzter Platz in der Tabelle, kurz gesagt: Baeck sah erschüttert aus. Er ist akut von der Entlassung bedroht. Baeck redete zwar etwas von „guter kämpferischer Leistung“ seines Teams, aber das waren nur Worthülsen. Denn es gab ja da noch die Statistik, und an der orientierte sich Baeck auch noch. Also beklagte der 38-Jährige zu Recht die schlechte Freiwurfquote der Kölner von nur 47 Prozent. Neun von 19 Freiwürfen verwandelt – das sagt alles. Albas Spieler waren bei 33 Versuchen 24-Mal erfolgreich, umgerechnet entspricht das einer Quote von 72 Prozent. Aber dieses Unvermögen der Kölner vor dem Korb offenbarte sich ja nicht bloß bei Freiwürfen. Der frühere Berliner Jörg Lütcke traf bei neun Würfen aus dem Spiel nur zweimal. „Katastrophe“, gab er später zu.

Da genügte den Berlinern eine eher mittelmäßige Leistung. Vor 10 320 Zuschauern führte Alba nach 16 Minuten schon mit 13 Punkten, ließ Köln aber bis zur Halbzeit auf einen Punkt herankommen. „Es war das alte Problem“, sagte Mutapcic, „meine Spieler sind zu schnell zufrieden. Da kann der Gegner leicht zurückkommen. Köln hat gute Zonendeckung gespielt. Damit hatten wir lange Probleme.“ Dazu kamen Fehlpässe und Unsicherheiten. Das Resultat: In der 28. Minute hatte Köln einen Vorsprung von acht Punkten. Doch Alba richtete sich wieder auf und gewann das letzte Viertel 27:13.

Mutapcic freute sich besonders darüber, dass sechs seiner Spieler (Best, Stanojevic, Pesic, Garris, Petrovic, Collins) jeweils mehr als zehn Punkte erzielt hatten. „Das gibt uns Selbstvertrauen für das Spiel in der Euro-League“, sagte der Coach. Am Mittwoch trifft Berlin auswärts auf den französischen Vizemeister ASVEL Villeurbanne. Mutapcics Kollege Baeck dagegen muss am nächsten Sonntag gegen Quakenbrück. gewinnen. Bis dahin ist sein Job sicher. „Stephan wird auch im nächsten Spiel unser Trainer sein“, sagte Manager Michael Mronz.

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