Sport : Tanzsport: Zeig her deine Kleider

Bei der Weltmeisterschaft über zehn Tänze zählen nicht nur schöne Bewegungen, sondern auch teure Outfits. Zu auffällige Kleider können aber auch hinderlich sein.

Anke Myrrhe
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Beinfreiheit. Eleganz auf dem Parkett in der Schmeling-Halle. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Auf den ersten Blick war es ein buntes Durcheinander. Leuchtendes Grün, knalliges Gelb oder Pink, Gold und Silber – kaum eine Farbe fehlte gestern auf der Tanzfläche. Nur eines hatten alle Paare gemeinsam: Ihre Kleider glänzten und glitzerten, mit Strasssteinchen oder goldenen Pailletten verziert, im Rampenlicht der Max-Schmeling-Halle. Bei der Weltmeisterschaft über zehn Tänze kämpften gestern in Berlin die Meisterpaare aus 33 Nationen um den Titel (der Wettkampf war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) und präsentierten dabei nicht nur die schönsten Tänze sondern auch die teuersten Kleider.

Ob rot, gold oder grün, auffällige Kleider gehören zum Tanzsport dazu. Mindestens 1000 Euro pro Kleid geben die Tänzerinnen aus, bei Spitzenpaaren kann es auch mal das Dreifache sein. Hinzu kommt, dass bei den Turnieren über zehn Tänze mindestens zwei Outfits getragen werden müssen – zwischen den Latein- und den Standardtänzen ziehen sich die Paare um. „Man kann nicht das selbe Kleid tragen“, sagt Blanca Ribas Turón. „Die Tänze sind völlig unterschiedlich.“

Die amtierende Weltmeisterin aus Dresden und ihre Konkurrentinnen präsentierten sich gestern den rund 5000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle wesentlich freizügiger bei den fünf Lateintänzen. Die Frauen hatten oft nur die nötigsten Körperstellen bedeckt, während auch die Männer ihre teilweise bunt glitzernden Hemden bis zum Bauchnabel geöffnet trugen – passend zu den erotischeren Bewegungen der Lateintänze. „Genauso wie das Paar tänzerisch zusammenpassen muss, muss auch die Kleidung passen“, sagt Christa Fenn, die als deutsche Wertungsrichterin am Parkettrand stand. Unbekanntere Paare versuchen oft durch grelle Farben oder ausgefallenes Design aus der Masse der Tänzer herauszustechen. „Ich denke dann oft, sie sollten vielleicht mehr Zeit fürs Training als fürs Outfit aufwenden“, sagt Fenn. Allerdings kann sich die Kleidung auch auf die Leistung auswirken. „Manchmal kommt einem das Paar irgendwie langsam vor und plötzlich merkt man, es könnte vielleicht am Kleid liegen“, sagt Fenn.

Im Vergleich zu den Lateintänzen sind die Kleider für die Standardtänze wesentlich länger und eleganter, weil der Körper der Frau durchgängig bedeckt sein muss. Aber auch hier beherrschten gestern schrille Farben und ausgefallenes Design die Frauenkleider.

Der Großteil der Paare hat für die Ausrüstung Sponsoren, bei den Spitzenpaaren sind das meist renommierte Designer. Dazu gehören auch die passenden Schuhe und jede Menge Schmuck. Mehrmals flogen gestern goldene Armkettchen und Ohrringe, die die Frauen bei den schnellen Tanzbewegungen verloren, über das Parkett. Denn Tänzer die nicht perfekt aussehen, können auch nicht Weltmeister werden.

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