Sport : Tarnen und täuschen

Mathias Klappenbach macht sich um die deutschen EM-Gegner keine Sorgen

Mathias Klappenbach

So viel Angst um die deutsche Abwehr muss man bei der Fußball-Europameisterschaft gar nicht haben. Zumindest nicht, wenn man sich die derzeit wenig überzeugenden Gegner in der Vorrunde anschaut. Kroatien: in der Sturmkrise, nur der kleine Niko Kovac trifft mit dem Kopf. Polen: in der Sturmkrise, das jeweils einzige Tor gegen die Giganten Mazedonien und Albanien mussten andere machen. Österreich: sowieso in der Dauerkrise, erst fünf Niederlagen in Serie, dann ein als Befreiung empfundenes 5:1 gegen den Fußballriesen Malta.

Diese Mannschaften können mit Recht von Sorgen sprechen. Ein phasenweise ansprechendes 2:1 gegen Serbien wäre für die in ihrer Heimat stark kritisierten deutschen Gegner ein wirklicher Befreiungsschlag gewesen. Denn wer am Sonntag das Spiel Polen gegen Dänemark gesehen hat, wird von den Deutschen nicht mehr behaupten, dass sie beim 2:2 gegen Weißrussland in der vergangenen Woche noch nicht fit gewesen seien. Für das, was Polen beim 1:1 gegen die Dänen gezeigt hat, ist das Wort Testspiel erfunden worden. Die zweite Halbzeit war komplett tempofrei. Bundestrainer Joachim Löw hat nach den beiden Testspielen der Deutschen darauf hingewiesen, dass die ganze Planung minutiös auf den Turnierauftakt ausgerichtet sei. Im Moment scheint es so, dass Christoph Metzelder sogar noch drei Spiele mehr zum Üben bekommt, bevor es richtig ernst wird.

Es sei denn, die anderen haben einen trickreichen Plan. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Testspiele vor einem Turnier nichts mit ihm selbst zu tun haben.

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