Sport : Taschentücher, bitte!

von

Eine Adduktorenzerrung also hat den olympischen Traum von Philipp Kohlschreiber platzen lassen. Das ist bitter für den laut Weltrangliste besten deutschen Tennisprofi. Eine ganze Woche schleppte sich Kohlschreiber mit seiner Verletzung über den Sand von Kitzbühel. Immerhin reichte es dennoch für den Einzug ins Endspiel, aber nach drei schmerzhaften Finalsätzen streikten die Adduktoren endgültig. Nein, eine Teilnahme am olympischen Tennisturnier sei unter diesen Umständen nicht möglich. „Ich glaube, dass das ein Riesenpech ist, wenn so etwas passiert“, sagte Kohlschreiber. Man möchte ihm beinahe ein Taschentuch reichen und Kohlschreiber könnte es dann gleich weitergeben an seinen Kollegen Florian Mayer. Der hatte schon lange vor Olympia seinen Verzicht erklärt, weil die Spiele nicht in seinen Turnierplan passen würden und er schließlich auf seinen schon 30 Jahre alten Körper achtgeben müsse.

Thomas Haas ist 34, er hat 2000 in Sydney Silber gewonnen und schwärmt bis heute von der besonderen Olympia-Atmosphäre. Doch Haas durfte trotz starker Form und großer Lust nicht nach London, er wurde gar nicht erst nominiert. Womöglich hätte er sich nicht einmal von einer Verletzung abhalten lassen und noch wahrscheinlicher hätte Haas vor einem Rasenturnier nicht noch auf Sand gespielt.

Dabei sein ist alles? Dieses olympische Motto wird von den deutschen Tennismännern offenbar ganz unterschiedlich interpretiert. Und das ist wirklich traurig.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar