Sport : Team jubelt, Star tobt

NAME

Miyagi (dpa/Reuters). Als sich Mexikos Fußballer nach dem 2:1 (1:1) gegen Ekuador im Freudentaumel befanden, stand Cuauhtemoc Blanco bereits unter der Dusche. Seine Auswechslung in der Nachspielzeit empfand der Anführer des mexikanischen Teams wieder einmal als Beleidigung. Deshalb konnte er sich auch nicht so recht über den verdienten Sieg seiner Mannschaft durch Tore von Jared Borgetti und Gerado Torrado freuen. Dabei war Mexiko durch ein Gegentor von Agustin Delgado schon nach fünf Minuten in Rückstand geraten. Erstmals startete Mexiko außerhalb des eigenen Landes mit zwei Siegen in eine WM-Endrunde, der Einzug ins Achtelfinale ist nahe. Dagegen muss Ekuador bei seinem WM-Premiere mit großer Wahrscheinlichkeit schon nach der Vorrunde nach Hause fahren.

Es war nicht das Spiel des Cuauhtemoc Blanco, viel mehr überzeugte Mexiko durch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das und der eher durchschnittliche eigene Auftritt hatten Blanco bereits in Missstimmung versetzt. Als Trainer Javier Aguirre den Star von Real Valladolid dann noch Sekunden vor dem Abpfiff vom Feld holte, als der gerade einen Eckball treten wollte, fühlte sich Blanco tief verletzt.

Wütend stapfte er direkt von der Eckfahne in die Kabine, würdigte den wartenden Trainer an der Bank keines Blickes. Es war nicht das erste Mal, dass sich Blanco schlecht behandelt fühlte. Bereits in der Qualifikation hatte er seinen Rücktritt erklärt, weil er seiner Meinung nach benachteiligt wurde.

Doch er war der einzige Sieger, der sich nicht recht freute. „Wir haben verdient gewonnen, aber wir sind noch nicht weiter gekommen“, sagte Aguirre und bremste den Jubel seines Teams und der rund 7000 mexikanischen Fans unter den 45 610 Zuschauern im Miyagi Stadium. Mit einem Unentschieden am Donnerstag gegen Italien wären die Mexikaner als Gruppensieger für das Achtelfinale qualifiziert, bei einer Niederlage wären sie von der Hilfe Ekuadors gegen Kroatien abhängig. „Italien muss unbedingt gewinnen, das wird für uns sehr schwierig. Es ist aber auch eine Chance für uns“, sagte Mittelfeldspieler Sigifredo Mercado.

Für Ekudaor war es nach dem 0:2 gegen Italien zum Auftakt schon die zweite Niederlage. „Ich kann mich über das erste Tor in der WM-Geschichte für Ekuador nicht richtig freuen, denn wir haben verloren“, sagte Delgado zwar. Aber er wusste wie Trainer Dario Hernan Gomez, dass sich die Südamerikaner die Niederlage selbst zuzuschreiben hatten. Viel zu passiv agierte der Außenseiter nach der Führung, so dass Mexikos Tore nur eine Frage der Zeit waren.

Theoretisch hat Ekuador noch eine Chance auf das Achtelfinale. Selbst Trainer Gomez hält den Einzug in die nächste Runde jedoch für extrem unwahrscheinlich. „Auszuscheiden ist ein Schlag, aber es ist schlimmer, so zu spielen wie wir es getan haben“, kritisierte er seine Mannschaft.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben