Sport : Team ohne Trainer

Tumor im Kopf: Ron Kennedy wird dem heutigen Eisbären-Gegner Ingolstadt lange fehlen

Claus Vetter

Berlin - Am Freitagabend war Ron Kennedy in der Arena des ERC Ingolstadt. Der Trainer des Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) stand allerdings nicht hinter der Mannschaftsbank, sondern verfolgte das Spiel gegen die Kölner Haie von einem Tribünenplatz aus. Abgeschirmt von den Klubverantwortlichen, aber trotzdem bejubelt von den Fans des Tabellenzweiten: Es war Kennedys erster öffentlicher Auftritt, seit bei dem Kanadier am 12. Dezember eine Geschwulst im Kopf entdeckt wurde. Inzwischen ist er operiert worden, der Tumor hat sich bei dem 53-Jährigen als nicht gutartig erwiesen. Er muss sich einer Chemotherapie unterziehen.

Erst kurz vor der Diagnose hatte der ERC Ingolstadt den Vertrag mit dem Trainer bis 2008 verlängert. Nun sieht es so aus, als solle Kennedy die Mannschaft in dieser Saison nicht mehr betreuen können. Der Erkrankte selbst hat sich bisher nicht dazu geäußert. Kotrainer Jamie Bartman betreut zurzeit das Team als Cheftrainer.

Von Juli 1996 bis Dezember 1997 war Ron Kennedy Trainer bei den Eisbären Berlin. Deren Manager Peter John Lee war seinerzeit Kennedys Kotrainer. „Es hat Spaß gemacht, mit Ron zu arbeiten“, erinnert sich Lee. „Dass er am Freitag wieder im Stadion war, freut mich. Das ist doch schon ein positives Zeichen.“

Und es war auch eine Hilfe für den Klub aus Bayern: Vor dem Spiel gegen Köln hat Kennedy das Team in der Kabine begrüßt. Das habe den Spielern noch einen zusätzlichen Motivationsschub gegeben, berichtet Interimstrainer Bartman. „Wir wollten für Ron gewinnen, was uns ja auch gelungen ist.“

Ingolstadt siegte im Spitzenspiel 5:2, auch heute will Kennedy in der Ingolstädter Saturn-Arena Eishockey schauen. Dann spielt sein ehemaliger Klub beim ERC: Mit der Hypothek der 1:2-Niederlage gegen Mannheim am Freitag wird es für den Tabellensiebten aus Berlin nicht einfach werden in Ingolstadt. Zumal der Deutsche Meister sich in dieser Saison gegen die laufstarken Bayern bisher schwer getan hat: Von drei Spielen konnten die Eisbären nur eines nach Penaltyschießen gewinnen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar