Teamcheck : Union setzt voll auf Angriff

Santi Kolk verlässt den 1. FC Union Richtung Breda. Trotzdem gehen die Köpenicker mit einem qualitativ deutlich verbesserten Kader in die neue Zweitliga-Saison.

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Nicht mehr für Union am Ball. Santi Kolk wechselt auf Leihbasis nach Breda. Foto: picture alliance / dpa
Nicht mehr für Union am Ball. Santi Kolk wechselt auf Leihbasis nach Breda.Foto: picture alliance / dpa

Berlin - Morgen startet der 1. FC Union in seine dritte Zweitliga-Saison seit dem Wiederaufstieg 2009. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verein bei Transfers zurückgehalten, bisher wechselten nur fünf Neue ins Stadion An der Alten Försterei. Dafür mussten aber acht Spieler gehen. Wir analysieren, was sich bei den Köpenickern verändert hat.

TOR

Schon früh in der Vorbereitung hat sich Uwe Neuhaus für Marcel Höttecke und gegen Jan Glinker als seine Nummer eins entschieden. Damit zog Unions Trainer die Konsequenz aus der vergangenen Spielzeit, als er den Konkurrenzkampf lange offen hielt und die beiden Torhüter zusätzlich verunsicherte. Hötteckes Ernennung zur Stammkraft war vorhersehbar und lediglich eine Bestätigung seiner gezeigten Leistungen. Als Unions langjähriger Stammtorhüter Jahr Glinker in der Hinrunde mehrfach patzte, musste er seinen Platz an Höttecke abtreten. Der machte seine Sache in der Folgezeit gut und blieb auch nach zwei verletzungsbedingten Pausen die Nummer eins.

ABWEHR

Einen Wunsch wird sich Uwe Neuhaus nie erfüllen können. Unions Trainer hatte kürzlich gesagt, dass er am liebsten die Stärken seiner vier Innenverteidiger zusammenrühren würde um daraus das perfekte Abwehrduo zu kreieren. Das ist natürlich unrealistisch, zeigt aber, wie unterschiedlich Ahmed Madouni, Christian Stuff, Daniel Göhlert und Christoph Menz sind. Beim letzten Test gegen Heart of Midlothian setzte Neuhaus auf das Duo Madouni Stuff und entschied sich damit für die wuchtigste und kopfballstärkste Variante. Dem in der Spieleröffnung stärkeren Göhlert bleibt vorerst nur ein Platz auf der Bank. Der vielseitig einsetzbare Christoph Menz kann ebenso auf der rechten Abwehrseite eingesetzt werden, müsste sich dort allerdings wohl hinter Neuzugang Marc Pfertzel anstellen. Aber wahrscheinlich sieht Neuhaus Menz eher im defensiven Mittelfeld. Als linker Außenverteidiger ist Patrick Kohlmann gesetzt.


MITTELFELD

Wer ersetzt Dominic Peitz? So lautete Unions größte Sorge, nachdem der kopfballstarke Abräumer zum FC Augsburg wechselte. Die Antwort ist einfach: Markus Karl hinterließ in der Vorbereitung einen starken Eindruck. „Er ist ein gleichwertiger Ersatz“, sagt Neuhaus, der im Mittelfeld vorzugsweise mit Raute spielen lassen würde. Je nach Gegner ist auch eine Variante mit zwei Sechsern möglich. Dann könnte Christoph Menz neben Karl spielen. Offensiv hat Neuhaus mit Christopher Quiring, Chinedu Ede, Patrick Zoundi und den bald wiedergenesenen Michael Parensen und Kapitän Torsten Mattuschka die Qual der Wahl. Sogar Stürmer John Jairo Mosquera kommt auf dem linken Flügel als weitere Kraft in Betracht.

ANGRIFF

Hier hat sich auf den ersten Blick am meisten verbessert. Mit Simon Terodde und Silvio verfügt der 1. FC Union nun über zwei Angreifer, die laut Trainer Neuhaus Tore erzielen und damit mithelfen können, das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz zu erreichen. Als Ersatz sind Halil Savran und Steven Skrzybski eingeplant. Santi Kolk wird in der kommenden Saison nicht mehr zum Aufgebot gehören, er wechselt auf Leihbasis für ein Jahr zu NAC Breda. „Es ist immer schade, einen Spieler dieser Qualität zu verlieren. Leider konnte er nie die Leistung abrufen, die wir uns von ihm erhofft haben“, sagte Uwe Neuhaus. Kolk war oft verletzt und bestritt nur 17 Spiele für Union. Sein wichtigstes von lediglich vier Toren erzielte er im Vorjahr beim 1:1 im ersten Derby gegen Hertha BSC.

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