• Teamchef Erich Ribbeck übt Medien-Schelte - der 62-Jährige fühlt sich ungerecht behandelt

Sport : Teamchef Erich Ribbeck übt Medien-Schelte - der 62-Jährige fühlt sich ungerecht behandelt

Erich Ribbeck setzt gegen Nordirland weiter auf Angriffslust und übte sich zugleich in Abwehrhaltung. Gegen Medienberichte, die ihn "stets korrekt geföhnt", aber fachlich als unqualifiziert darstellen, setzte sich der 62-Jährige erstmals in seiner einjährigen Amtszeit zur Wehr. Zwei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland machte der DFB-Teamchef bei einer Pressekonferenz in Dortmund klar, dass er sich unterbewertet fühlt. "Da sind Dinge, die mich stören. Mir fehlt nicht Anerkennung. Es geht nur darum, klarzustellen, was falsch ist", sagte Ribbeck zwei Tage nach dem 2:1-Sieg über die Finnen, mit dem die deutsche Nationalmannschaft den fünften Sieg in einem EM-Ausscheidungsspiel in Serie errang und damit die beste Qualifikations-Bilanz seit der WM 1986 aufweist.

Eine Sonntagszeitung hatte Ribbeck in einer Analyse seiner einjährigen Tätigkeit als Vogts-Nachfolger vorgehalten, er kopiere mit seinem Offensiv-Konzept die Drei-Spitzen-Taktik von Bayern München und Bayer Leverkusen. "Das stimmt nicht, und man kann es besser wissen. Wir haben damit im Februar beim Kolumbien-Spiel in Florida begonnen. Die Leverkusener und die Bayern sind in der vergangenen Saison erst danach auch mit drei Spitzen angetreten", betonte Ribbeck, der im 54 455 Zuschauer fassenden, aber erst "halb ausverkauften" Westfalenstadion an der Devise festhalten will: Angriff ist die beste Verteidigung. "Im Prinzip ist nicht viel zu ändern. Die Ausrichtung bleibt offensiv. Da aber Ulf Kirsten ausfällt, werden wir umstellen", sagte Ribbeck.

Für den 33-jährigen Leverkusener, der mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel länger pausieren muss, tendiert Ribbeck zur Aufstellung des Bremers Marco Bode, der nach überstandener Wadenprellung wieder fit ist und am Mannschaftstraining teilnahm. Ansonsten sieht Ribbeck kaum Veranlassung zu Änderungen in der Anfangself, der er am Montagabend in einer ausführlichen Videoanalyse das fehlerhafte Verhalten in der Abwehr gegen die Finnen vorführte. Das solle "Anschauungsunterricht" sein, sagte er nach dem Training auf einem Sportplatz in der Universität Dortmund. Dass er aber eine defensivere Variante im Kopf hat, deutete Ribbeck später in einem Seminarraum des Sportwissenschaftlichen Institutes an: "Es gibt andere Möglichkeiten", erklärte er. Christian Nerlinger, Bernd Schneider, die beide in Helsinki eingewechselt wurden, aber auch Thomas Strunz könnten Kandidaten für die Stammformation werden.

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