Teamsprints : Sensationen in der Loipe

Das deutsche Duo Claudia Nystad und Evi-Sachenbacher-Stehle holt sich im Teamsprint der Frauen überraschend den Olympiasieg. Wenig später spurten bei den Männern Tim Tscharnke und Axel Teichmann genauso unverhofft zu Silber.

Vancouver 2010 - Ski nordisch
Goldjubel. Claudia Nystad (l.) und Evi Sachenbacher-Stehle laufen im Teamsprint überraschend zum Olympiasieg. -Foto: dpa

Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad hörten gar nicht mehr auf zu hüpfen. Über das ganze Gesicht strahlten die beiden deutschen Langläuferinnen als sie endlich das Podest besteigen durften. Nach all den Enttäuschungen in den Einzelrennen bekamen die beiden nun doch noch ihren olympischen Blumenstrauß überreicht. Denn Sachenbacher-Stehle und Nystad standen ganz oben auf dem Podest, das da provisorisch neben der Loipe in Whistler aufgebaut worden war. Die beiden Deutschen hatten sich völlig überraschend gegen alle Konkurrentinnen im Teamsprint durchgesetzt und vor den Schwedinnen und den Russinnen Gold gewonnen. Nur eine halbe Stunde später gelang den Männern die nächste Überraschung: Axel Teichmann und Tim Tscharnke gewannen in der gleichen Disziplin die Silbermedaille. Nur Öystein Pettersen und Petter Northug aus Norwegen waren schneller, Dritte wurden die Russen Nikolai Morilow und Alexej Petuchow.

Behle: "Das war super."

„Das war einfach nur cool“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle und ihre Teamkollegin bestätigte: „Es hat einfach alles perfekt gepasst, wir haben super harmoniert.“ Im Ziel waren sich die beiden Läuferinnen in die Arme gefallen und vergossen Freudentränen. Die Routiniers im deutschen Langlaufteam, die in Vancouver zum dritten Mal bei olympischen Winterspielen dabei sind, hatten bei der Weltmeisterschaft 2007 in Sapporo gemeinsam Silber gewonnen. Die beiden hatten sich von dem hohem Anfangstempo der Schwedinnen Charlotte Kalla und Anna Haag nicht beeindrucken lassen und hielten stets mit. Sachenbacher- Stehle ging bei jeder Attacke von Kalla mit. „Das war super“, sagte Bundestrainer Jochen Behle. „Kalla ist ja auch nicht irgendjemand. Aber die zwei haben definitiv alles richtig gemacht. Sie waren beide absolut am Limit und haben sich das verdient.“ Auf der Zielgeraden zog dann Nystad souverän ihrer Kontrahentin Haag auf und davon. Für die Skandinavierinnen blieb vor den Augen des schwedischen Königspaares nur Silber.

Vancouver 2010 - Ski nordisch
Silber-Duo. Axel Teichmann und Tim Tscharnke müssen im Männerrennen nur den Norwegern den Vortritt lassen. -Foto: dpa


Eine Schrecksekunde hatte es im Halbfinale für das deutsche Frauenduo gegeben, als Sachenbacher-Stehle auf ihrer zweiten Schleife in einer Kurve wegrutschte und stürzte. „Ich bin sehr locker gelaufen. Es ging sehr gut bis zu dem Moment, als ich gestürzt bin. Da musste ich für kurze Zeit richtig Vollgas geben“, sagte die 29 Jahre alte Läuferin aus Reit im Winkl. Mit energischem Einsatz gelang es ihr aber, die sofort entstandene Lücke wieder zu schließen. Später lachte sie darüber und sagte: „Die Fehler hatten wir zum Glück schon im Halbfinale gemacht, im Finale lief dann alles perfekt.“

Tscharnke überrascht mit grandiosem Rennen

Als auch noch Routinier Teichmann und Youngster Tscharnke ihre Medaille ins Ziel gerettet hatten, war Jochen Behle außer sich vor Glück. „Es ist einfach ein sensationeller Tag. Was Tscharnke abgeliefert hat, war absolute Spitze. Auch Axel hat die richtige Taktik gewählt, um die Medaille zu sichern“, sagte der Bundestrainer. Für Axel Teichmann war Platz zwei der ersehnte Befreiungsschlag bei Olympia. Vor vier Jahren hatte er die Rennen in Turin wegen einer Haarwurzelentzündung verpasst, in Whistler konnte er wegen einer Erkältung über die 30 Kilometer nicht starten. Schon im Halbfinale hatte das Duo eine taktisch kluge Leistung abgeliefert. „Die letzte Runde war schon fast am Anschlag. Viel ging da nicht mehr“, bekannte Tscharnke nach seinen je 1,5 Kilometer langen Schleifen.

Doch es reichte für die Silbermedaille, die die Männer zwar nicht zu ganz so vielen Hüpfern wie die Frauen veranlasste, jedoch bestimmt zu mindestens ebenso viel Begeisterung. (Tsp/dpa)

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