Sport : TeBe fühlt sich in angemessener Gesellschaft

Benedikt Voigt

Das dürfte Winfried Schäfer gefallen haben. Hier ein Plausch mit Unterhachings Trainer Lorenz-Günter Köstner, dort ein Späßchen mit Herthas Manager Dieter Hoeneß. Während sich am Buffet die Vips in einer Dichte drängelten, wie es im Mommsenstadion noch nicht der Fall war, wurde Schäfer bei der Pressekonferenz von DFB-Pressesprecher Michael Novak aufgefordert, ein paar grundsätzliche Überlegungen zum Hallenfussball anzustellen. Ein kräftiger Hauch von Erster Liga wehte durch die Max-Schmeling-Halle, und das Schöne für Trainer Schäfer war: Sein Klub Tennis Borussia war mittendrin und später sogar obenauf.

Jetzt kommt es noch besser für den Zweitligisten. Wenn an diesem Wochenende in der MÜnchner Olympiahalle zwölf Vereine den DFB-Hallenpokalsieger ausspielen, zählt Tennis Borussia dazu. Die Berliner spielen mit im Turnier der Großen, und das will der aufstiegsambitionierte Verein mit aller Macht auch erreichen. Doch die Verantwortlichen wissen auch, dass es sich hierbei nur um Hallenfußball handelt und andere Zweitligisten wie Energie Cottbus oder Stuttgarter Kickers ebenfalls das Final-Turnier erreicht haben. Jan Schindelmeiser sagt daher: "Wir hängen das nicht so hoch."

Dennoch findet der Manager neben der zusätzlichen Einnahme von rund 300 000 DM weitere erfreuliche Aspekte an der erfolgreichen Qualifikation. "Das bringt der Mannschaft Selbstvertrauen, wenn man sich in so einem Feld durchsetzt." Trainer Schäfer ergänzt: "Jetzt sagen sie zwar alle wieder was anderes, aber die anderen Mannschaften wollten auch gewinnen." Das war auch der erfreulichste Punkte, den der Trainer am Turniersieg von Tennis Borussia entdeckte: "Meine Mannschaft hat Siegeswillen bewiesen." Auch beim Finalturnier in München soll eine gute Plazierung rausspringen, aber nicht mit aller Macht. "Wir wollen Spaß haben", sagte der Manager.

Natürlich verliert Tennis Borussia das eigentliche Ziel Aufstieg in die erste Bundesliga nicht aus den Augen. "So ein Hallenturnier kostet viel Kraft", ärgert sich Schäfer, "da muss die Mannschaft ganz anders trainiert werden." Der Trainer befürchtet Muskelverletzungen als Folgeschäden vom Hallenkick. Gestern hatte der Trainer in Berlin eine Übungseinheit angesetzt, in München sucht er noch einen Trainingsplatz.

Schindelmeiser versucht indessen, eine Aufenthaltsgenehmigung für den gerade erst verpflichteten Artim Sakiri zu bekommen. Der Mazedonier muss zur Erledigung von Formalitäten zur deutschen Botschaft nach Skopje zurückfliegen. Bis zum Beginn des Trainingslagers in Spanien am nächsten Mittwoch wird er wohl noch keine Aufenthaltsgenehmigung und damit auch noch keine Spielgenehmigung besitzen. Sakiri dürfte dann die dortigen Vorbereitungsspiele nicht mitmachen. Die Gegner dabei heißen Croatia Zagreb und Bayern München. Noch ein Hauch von erster Liga.

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