Sport : Tendenz positiv - Alba und die Aufbruchstimmung (Kommentar)

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Bei Alba Berlin herrscht, zumindest im organisatorischen Bereich, so etwas wie Aufbruchstimmung auf hohem Niveau. Viele Dinge, über die schon lange geredet wurde, werden in die Tat umgesetzt. Die Berliner Basketball-Akademie ist gegründet. Der Verein will keine geschlossene Gesellschaft bleiben, sondern öffnet sich für neue Mitglieder. Die Öffentlichkeitsarbeit wird intensiviert, um die Schmeling-Halle noch voller zu bekommen, als sie es ohnehin die vergangenen drei Jahre war. Die Identifikation mit Alba soll einen neuen Schub erhalten.

Doch nicht nur beim deutschen Vorzeigeklub ist Schwung zu spüren. Die Bundesliga kommt endlich heraus aus den miefigen Schulturnhallen. In Braunschweig, Trier, Bamberg werden Hallen gebaut, die im Jahr 2000 fertig sein sollen. Diese Städte zählten bisher zu den besonders abschreckenden Beispielen, wenn es um die Darstellung der Sportart Basketball ging. Mit Oberelchingen, Freiburg und Bayreuth haben drei graue Mäuse die Liga verlassen. Weiße Flecken auf der Landkarte sind getilgt: Die östlichen Bundesländer haben mit dem SSV Weißenfels einen ambitionierten Aufsteiger. In Hamburg will der BC Johanneum die Alsterdorfer Halle füllen. Mit der Geld-Metropole Frankfurt ist durch den Umzug von Tatami Rhöndorf eine weitere Großstadt kein Basketball-Niemandsland mehr. Jemand hat ausgerechnet, dass in der Saison 2000/2001 die Zuschauer-Kapazitäten der 14 Erstligisten mit ihren neuen Hallen um über 30 Prozent auf rund 67 000 gestiegen sein wird.

Auch andere Tendenzen sind erfreulich, abgesehen davon, dass der Deutsche Basketball Bund (DBB) jedes Jahr eine neue Rekord-Mitgliederzahl vermeldet und Basketball in der Beliebtheit bei jungen Menschen in Deutschland an erster Stelle steht. Fast alle Vereine haben inzwischen nach dem Vorbild Alba/TuS Lichterfelde in unteren Ligen Kooperationspartner, um die Ausbildung der jungen Spieler zu fördern und damit sich selbst zu helfen. Das dunkende Personal in der Bundesliga verbessert sich von Jahr zu Jahr ein bisschen.

Was effektiver sein könnte, ist die Zusammenarbeit zwischen Bundesliga und DBB. Dass wenige Tage vor Saisonstart noch kein feststehender Rahmenterminplan präsentiert werden konnte, ist nicht witzig. Es gibt zwei Jahre nach dem Rückzug von Veltins keinen neuen Liga-Sponsor. Und es gibt noch keinen neuen Fernsehvertrag. An ihm wird sich am ehesten festmachen lassen, wie es um Basketball in Deutschland wirklich steht. Die Voraussetzungen für einen guten Abschluss schienen lange nicht so günstig zu sein wie heute.

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