Tenero Live : 11-Freunde-Ticker: Die deutsche Pressekonferenz

Auch heute wieder hier: Die Pressekonferenz der deutschen Mannschaft aus dem Trainingsquartier im Live-Ticker unserer Kollegen vom Fanmagazin 11 Freunde. Am Tag nach dem Einzug ins Viertelfinale durch ein 1:0 über Österreich war Joachim Löw da - und nahm unter anderem zu seinem Platzverweis und dem kommenden Spiel gegen Portugal Stellung.

Gereon Detmer[11 Fre],e
jogilow
Arbeitsplatz Tribüne. Der Bundestrainer gibt nach seiner Verbannung Anweisungen. Hinter ihm Boris Becker.Foto: dpa

12.20 Uhr: Hallo liebende Überlebende des gestrigen Grottenkicks!  Das wichtigste gleich vorneweg: Wir müssen weiter zittern. Die Entscheidung, ob unser Bundes-Jogi nach seiner gestrigen Verbannung auf die Tribüne gesperrt wird, ist auf Mittwoch vertagt worden. Was soll das? Will man dem armen Kerl noch eine schlaflose Nacht zumuten? Oder ist es eine menschliche Geste der Uefa-Oberen. Fakt ist, es war gewiss kein Zuckerschlecken für Löw, dass Spiel seiner Schützlinge gegen die Össis aus nächster Nähe zu betrachten. Abstand zum Unfallort tut da ganz gut. Denn, vorbeugen ist besser als heilen. Der Verdacht einer Geheimabsprache liegt jedenfalls bleischwer in der Alpenluft. Wir werden gleich erleben, was der Hauptdarsteller der Posse zu sagen hat. Noch eine kleine Randnotiz: Arne Friedrich hat sich gestern eindrucksvoll in den Fokus europäischer Spitzenklubs gespielt - der VfB Stuttgart ist an dem ewigen Herthaner interessiert. Noch ein Störfeuer! Ei, ei, ei...

12.22 Uhr: Noch leere Plätze, die Spannung steigt. Bei den Kollegen von N-TV wird über steigende Aktienkurse berichtet. Ein gutes Omen?!

12.25 Uhr: DFB-Sprecher Harald Stenger erscheint auf dem Podium und sortiert in aller Seelenruhe seine Unterlagen. Lieber Harald, genieß die Ruhe vor dem Sturm! Denn gleich feuern die Kollegen ihre unbarmherzigen Fragen ab. Von Jogi noch keine Spur.

12.29 Uhr: Falls Löw zurücktreten sollte, steht ein alter Bekannter nicht zur Verfügung. Nicht-mehr-König Otto Rehagel hat seinen Vertrag bei den Griechen verlängert. Da wird uns der Libero im internationalen Spitzenfußball noch einige Zeit erhalten bleiben.

12.31 Uhr: Wer sitzt denn da! Lockenkopf Jens Lehmann sitzt neben Stenger und grinst sich einen ab.Und wo ist Jogi? Im Bad ausgerutscht, oder was?

12.32 Uhr: Aha, der Bundestrainer soll auch noch kommen. Vielleicht grübelt er gerade über seine Erklärung, die er der UEFA zu seinem gestrigen Auftritt abliefern muss.

12.34 Uhr: Lehmann dankt der starken Psyche der Deutschen. Nur deswegen habe man im Wiener Hexenkessel bestehen können. Dem größten Stadion der EM, mit lauter Österreichern drin, wie er stolz hinzufügt.

12.36 Uhr: Ist die deutsche Mannschaft fit, will die dpa wissen. Lehmann weiß es nicht so genau. Er trainiert schließlich alleine. Blöde Frage.

12.38 Uhr: Lehmann ist die Verbannung seines Trainers erst aufgefallen, als Assi Hansi Flick in der Kabine plötzlich vor ihm stand. Mensch, der Mann ist wirklich hochkonzentriert. Gut zu wissen.

12.39 Uhr: Lehmann wird Friedrich mit etlichen guten Tipps versorgen, damit dieser gegen den portugiesischen Supermann Cristiano Ronaldo bestehen kann. Ebenfalls gut zu wissen.

12.41 Uhr: Stenger ist doch ein alter Medienfuchs. Er weiss, wie seine Kollegen ticken. Jetzt stellt er eindrücklich klar, dass es keinen Kontakt von Löw zur Mannschaft gab (während des Spiels). Auch nicht per Walkie-Talkie. Damit das mal klar ist, und kein Unsinn geschrieben wird.

12.42 Uhr: Für den Fall eines Elfmeter-Duells mit den Portugiesen wird der alte Hut vom Lehmann-Zettel wieder ausgegraben. Gähn...Leute, das Sommermärchen ist vorbei!

12.45 Uhr: Der Teamchef ist da. Rosa Shirt, die Matte frisch gekämmt. Wie aus dem Ei gepellt. Der Espresso für Löw ist auch rechtzeitig gekommen, was Stenger ein dickes Lob an den Lieferanten wert ist. Es menschelt beim DFB.

12.47 Uhr: Wir brauchten gestern eine extreme Zähigkeit, meint Löw. Interessanter Satz. Mehr davon!

12.49 Uhr: Jetzt die entscheidende Frage: Herr Löw, sind Sie gestern aus der Balance geraten und haben damit der Mannschaft geschadet? Verwirrende Einleitung der Antwort: "Kennen Sie den Film "Der dritte Mann"? Gestern war es der vierte Mann." Der Sinn erschließt sich nicht ganz. Jetzt wird es klarer: Jogi war genervt von der ständigen Moserei des vierten Offiziellen. Der hat ihn ständig aufgefordert in seiner Zone zu bleiben. Ein Plädoyer für mehr Toleranz. Als Trainer steht man schließlich unter Strom und muss auch mal Dampf ablassen.

12.53 Uhr: Es gibt außer Waldi Hartmann noch eine Duz-Maschine bei der ARD. Kollege Jürgen Bergener stellt seine Fragen eben auf der persönlichen Ebene: Du, Jogi, sag doch mal...?

12.55 Uhr: Seine Philosophie will Löw beibehalten. Die Spielweise hoffentlich nicht.

12.56 Uhr: Die Gesichtsfarbe des obersten deutschen Fußballlehrers passt sich dem dezenten Rosa seines Hemdes an.

12.57 Uhr: Wo ist die Energie und das Format der deutschen Mannschaft der WM 2006 und der Qualifikation geblieben? Eine sehr berechtigte Frage des anwesenden Tagesspiegel-Mannes Michael Rosentritt.

12.59 Uhr: Der Befragte holt weit aus, redet viel und sagt irgendwie nichts. Was hängen bleibt - die Chancen gegen Portugal stehen 50:50. Hat er schon ein Spiel der Portugiesen gesehen? Oder bei den eigenen richtig hingeguckt? Wenn ja, sehr optimistisch der Mann.

13.02 Uhr: Löws Gesichtsfarbe wird immer kräftiger, um nicht zu sagen rot. Jogi, bleib ruhig! Sonst kommt gleich der vierte Mann und verbannt dich vom Podium.

13.04 Uhr: Schweini hat jetzt eine Bringschuld, meint der Bundestrainer. Das riecht nach Startformation gegen Portugal. Angabe ohne Gewähr.

13.05 Uhr: Schon wieder eine Frage zu einer möglichen Sperre und deren Bedeutung. "Es isch ein schwebendes Verfahren", da kann man nicht mehr zu sagen. Doch, kann man. Löw hat niemanden, wirklich niemanden beleidigt. Also, was soll das ganze Theater eigentlich?

13.08 Uhr: Einem Kollegen von der Frankfurter Rundschau tut es leid, dass er schon wieder nachfragen muss. Warum tut er es dann? Löw und Hickersberger haben sich kein "Scharmützel" geliefert. Es gibt nichts zum Aufbauschen. Schade "Bild", alles ist vorbei!

13.11 Uhr: Ein Lobgesang auf "Capitano" Ballack. Er läuft, kämpft und schießt herrliche Tore. Das musste jetzt auch mal erwähnt werden. Das gefühlt erste positive Statement bei dieser Pressekonferenz.

13.14 Uhr: Wie bereitet man sich auf Cristiano Ronaldo vor, will die ARD wissen. Löw lächelt Richtung Stenger, streicht sich über das Kinn, holt tief Luft und beginnt seine Rede.

13.16 Uhr: Die taktischen Ausführungen zur obigen Frage sind beendet. Unser Vorschlag, stellt den Jogi gegen Cristiano Ronaldo. Vielleicht kann man ihn ja totlabern...

13.17 Uhr: Löw hatte einst das Viertelfinale versprochen. Kann er jetzt auch das Halbfinale versprechen? Ja. Und mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.

13.18 Uhr: An den kurzen Plausch mit der Kanzlerin auf der Tribüne kann sich Löw nicht mehr erinnern. Der üblische Selbstschutz. Man sollte sich nicht alles merken, was unsere Politiker so von sich geben. Sonst wirst ja narrisch.

13.19 Uhr: Aus, Schluss und vorbei. Die tägliche Plauderrunde ist beendet. Jogi setzt sich wieder an seinen Aufsatz für die Uefa und wir verabschieden uns mit dem fachfräulichen Kommentar der Kanzlerin zum gestrigen Sieg gegen Österreich: "Ende gut, alles gut." Dem ist nichts hinzuzufügen.

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