Tenero Live : 11-Freunde-Ticker: Die deutsche Pressekonferenz

Hier haben die Kollegen vom besten Fußballmagazin der Welt, "11Freunde", nach 12.15 Uhr wieder live und laufend die Pressekonferenz der deutschen Elf getickert. Zu Gast war nur Joachim Löw, weil sich die Spieler zur Stunde noch ausfreuen sollen.

Loew
Comeback als Cheftrainer. Joachim Löw hat jetzt wieder das Sagen.Foto: ddp

12:15 Uhr: Guten Morgen. Es ist Tag Eins nach dem deutschen Sieg über Portugal. Tausende haben auf Berlins Straßen gefeiert, bis der Platzregen die Party beendete. In der ARD läuft der Wetterbericht. Die Aussichten sind gut. Für Mannschaft und Fans. Gleich beginnt die Pressekonferenz. Mal sehen, wer bei der deutschen Mannschaft noch stehen kann, nach der Sause von Basel.

12:18 Uhr: Schweinsteiger, der Mann des Spiels hat gestern noch ein geheimnis verraten: Der gestrige Sieg und auch sein Tor und die beiden Vorlagen gehen zu 70 Prozent auf die Kappe von Kanzlerin Angela Merkel: "Sie hat mich einfach gefragt, ob wir nicht wieder so spielen könnten, wie vor zwei Jahren." Wenn Joachim Löw gewusst hätte, dass das so einfach ist. Aber, lieber Herr Bundestrainer, die Frau Merkel ist ja nicht umsonst Bundeskanzlerin.

12:20 Uhr: Monika Lierhaus tritt gewohnt sachlich auf die Euphorie-Bremse: "Deutschland ist wieder Topfavorit, zumindest ist aber das Finale in greifbarer Nähe."

12:23 Uhr: Euphorisiert un größenwahnsinnig. Monika Lierhaus moderiert wie auf kolumbianischem Marschierpulver. Aber mal im Ernst: Wenn gestern alles schlecht war: Die Standards, die Taktik, die Mannschaft, der Sturm, der Jogi. Wie kann dann jetzt alles wieder gut sein.

12:27 Uhr: Jetzt zeigt die ARD noch mal alle deutschen Tore, in einer Sendung-mit-der-Maus-Endlosschleife: Das war jetzt arabisch!

12:30 Uhr: In tenero geht's los: Auch Harald Stenger hat den Wetterbereicht gesehen:"Die Aussichten sind gut." Er strahlt. uNd schiebt gleich noch gleich die Zahl des Tages hinterher. Der DFB bedankt sich bei über 31 Millionen Zuschauern. "Dieses Pabbligg Wiuink nicht eingerechnet." ( Stenger )

12:31 Uhr: Ach ja, die Zahl des Tages ist 3:2. Danke für diese Information.

12:33 Uhr: Joachim Löw wirkt entspannt, nur die kurze Nacht liegt schattig auf seinem Gesicht. Aber das kennt ja jeder, wenn man morgens aufwacht und der Mund fühlt sich an wie ein Aschenbecher, ist der Tag meistens schon gelaufen.

12:35 Uhr: "Die Mannschaft hat die Vorgaben perfekt umgesetzt", Löw ist zufrieden, versteckt seinen Gemütszustand aber hinter einer sachlichen Maske.

12:36 Uhr: Schweinsteiger wird wohl nicht kommen: Er hat seine Bringschuld beglichen.

12:37 Uhr: Löw beschreibt seine besondere Beziehung zu Urs Siegenthaler, dem Mastermind hinter dem Sieg über Portugal, der aber gestern mehr leisten musste, als nur den Gegner auf DVD zu brennen. Siegenthaler war Hansi Flick, Daniela Löw und Angela Merkel in Personalunion. Das schlaucht. Siegenthaler liegt noch im Bett und analysiert gerade nur das Teppichmuster in seinem Hotelzimmer. Ob sich das auch flexibel verschieben lässt?

12:40 Uhr: Löw hat der Sieg über den Standard-Fluch eine Falsche Rotwein eingebracht. Er hatte gewettet, dass die Freistöße und Ecken wieder besser kommen. Wetten, Zigarette, Rotwein - Jogi Löw entwickelt sich immer mehr zum Buckowski des DFB.

12:42 Uhr: Nebn dem Podium in tenero steht ein riesiger Fußball, es würde uns nicht überraschen, wenn Ballack jetzt auftauchen würde einige Journalisten aus dem Weg räumt und das Ding mit dem Kopf aus dem Fenster wuchtet. Die deutsche Entschlossenheit ist noch nicht abgeklungen.

12:47 Uhr: "Die Liestung von Jens Lehmann war für uns nicht überrschend", sagt Löw. Gleich lehnt er sich in seinem Stuhl zurück und lässt den Moment auf sich wirken. Den Journalisten sind die bösen Fragen ausgegangen. Und langsam fügt sich alles, so, wie er das an seinem Laptop geplant hat: Standards, Lehmann, Klose. Nachher wird Löw seine Floppydisc streicheln.

12:50 Uhr: Jogi Löw scheint heute morgen lustige kleine Aufheller in seinem Kakao aufgelöst zu haben und jongliert mit Lobchoralen der ungahnten Art: "Rolfes hat userem Spiel gut getan", "die Mannschaft hat mir sehr gut gefallen", "wir haben alles sehr gut umgesetzt, "Schweinsteiger hat mir imponiert". Die Kunst daran ist aber, dass er dabei nicht einmal lächelt. Ein wunderbares Gegeneinander von Sprache und Mimik. Ein Gesichtsspagat daumschen Ausmaßes.

12:56 Uhr: Plötzlich aber gehen Löws Worte und Gesichtsmuskeln  wieder im zornigen Gleichschritt: Bernhard Peters, Mitglied des DFB-Kompetenzteams hatte öffentlich den Fitness-Zustand der mannschaft kritisiert. Löw spuckt nur eine trockene Drohung in das schmale schwarze Mikro: "Was er da gesagt hat, gefällt mir gar. Das wird auch Konsequenzen haben!" Zack, Aufrechthaken von Gute-Luane-Jogi. Peters wird vor Schreck der Hockeyschläger aus der hand gefallen sein. Es gibt Menschen, die will man nicht zum Feind haben. Joachim Löw ist in dieser Verfassung einer davon.

13:01 Uhr: "Wir sind im Hlabfinale, unter den letzten Vier." ( Löw zählt mit den Fingern, Stenger holt den Rechenschieber raus: Alles richtig berechnet, sogar den Rest )

13:02 Uhr: Zumindest mit den Spielern spielt Löw noch Ringelpieps mit Torabschluss: "Die Spieler können sich heute ausfreuen." Wie sieht eigentlich Lukas Podolski aus, wenn er sich ausgefreut hat. Vielelicht so flach, wie die Leergequatschten aus dieser Mobilfunkwerbung?

13:05 Uhr: Löw droht Peters erneut.

13:06 Uhr: Die Rache von Löw wird gnadenlos: Vieleicht wird er einfach auch noch Hockeybundestrainer. Das wäre fies.

13:07 Uhr: Die Journalsiten spüren, das mit Peters ist ein neuralgischer Punkt und wechseln das Thema. Es geht wieder um die Mannschaft und ihre Leistung, das zieht immer und wirkt wie eine Instant-Beruhigungstablette. Löw entspannt sich merklich: "Wir waren uns sicher, dass wir auf höchstem Niveau mithalten können." Seine Augen glitzern, seine Mundwinkel zucken, so sieht jemand aus, wenn er mit sich zufrieden ist.

13:12 Uhr: "Ich bin ein Genussraucher sagt Löw und trippelt nervös mit den Fingern auf seinem Schenkel. Wenn das mit den Kippen so weiter geht, wird sich Löw nach der Karriere beim DFB aber wohl im Westen der USA niederlassen, Pferde züchten und das neue Gesicht der Marlboromann-Kampagne "Come to where the flavour is!"

13:15 Uhr: Die Pressekonferenz plätschert vor sich hin, würde Steffen simon jetzt sagen. Die Journalisten stellen nur noch Fragen, die sie schon läänsgt selbst beantwortet haben und Löw, der sich von der allgemeinen Schläfrigkeit hat anstecken lassen, stellt noch fest: "Kroatien oder Portugal - bei de Teams haben ihre Eigenheiten."

13:18: Sandmännchen Stenger erfasst die Ausweglosigkeit dieser Situation und beendet die PK "nach einer Halbzeit, quasi."
Zabgreb oder Ankara, ganz egal. Hauptsache Kroatien. Tschüss!


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