Tennis bei Olympia : Rittner enttäuscht über Verzicht auf Haas

Für Tommy Haas ist das Thema Olympia längst abgeschlossen. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner aber ist enttäuscht, dass der Routinier nach seiner bisher tollen Saison ab Samstag in Wimbledon fehlen wird.

Troz seiner guten Saison wird Tommy Haas nicht nach London fahren. Foto: Reuters
Troz seiner guten Saison wird Tommy Haas nicht nach London fahren.Foto: Reuters

Das Erlebnis, von dem Philipp Kohlschreiber einmal seinen Kindern berichten möchte, bleibt Tommy Haas 2012 bekanntlich verwehrt. Und die Verwunderung über den Verzicht auf den wiedererstarkten Tennis-Routinier bei den olympischen Spielen hält an. „Dass Du nicht nominiert worden bist, werde ich nie verstehen. Bis bald in den USA“, twitterte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner vor der Abreise der ambitionierten deutschen Tennis-Mannschaft nach London.

Durch den Finaleinzug in Hamburg verbesserte sich Haas auf Platz 35 der Weltrangliste und machte am Montag einen Sprung um 14 Plätze nach oben. Zuletzt war er am 21. Juni 2010 als 34. so gut notiert. In der Saisonwertung ist er sogar die Nummer 22 - unter den einheimischen Profis ist nur Kohlschreiber besser: Er ist 14. im Jahr 2012 sowie 23. der Weltrangliste. Trotzdem wird Haas den Augsburger nicht zu den olympischen Spielen begleiten, weil er vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gar nicht für eine mögliche Wildcard beim Internationalen Tennis-Verband (ITF) gemeldet worden war.

Das habe ihn im ersten Moment geschockt, sagte Haas nach dem verlorenen Endspiel in Hamburg erneut: „Ich hätte vielleicht besser damit leben können, wenn die ITF gesagt hätte, wir haben leider schon unsere sechs Wildcards vergeben.“ So bleibt die Enttäuschung darüber, „dass Leute nominiert worden sind, die auch die Norm nicht erreicht haben. Aber das Thema ist vorbei.“ Der Olympia-Zweite von 2000 wird sich nun voll auf die US-Hartplatzsaison konzentrieren und damit auf sein Lieblingsturnier - die US Open Ende August - vorbereiten. Dann will er auch über eine Teilnahme am Davis-Cup-Relegationsspiel Mitte September gegen Australien in Hamburg entscheiden. Sein nächstes Turnier wird der Wahl-Amerikaner in der kommenden Woche in Washington bestreiten - fernab von London.

Hier wird gespielt: Die Sportstätten der Olympischen Spiele:

Hier wird gespielt: die Sportstätte der Olympischen Spiele
Olympiastadion: Hier beginnen und enden die Spiele. Dazwischen treten die Leichtathleten vor 80 000 Zuschauern an. Der Oberring kann nach den Sommerspielen zurückgebaut werden. Das Stadion soll vom englischen Fußball-Erstligisten West Ham United übernommen werden. Foto: dapdWeitere Bilder anzeigen
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23.07.2012 11:55Olympiastadion: Hier beginnen und enden die Spiele. Dazwischen treten die Leichtathleten vor 80 000 Zuschauern an. Der Oberring...

Kohlschreiber ist dort dabei und freut sich schon riesig. „Wenn es soweit ist, glaube ich, kriegt man ein Gänsehaut-Feeling. Das ist einfach hoffentlich das Erlebnis, was ich vielleicht irgendjemandem, meinen Kindern, egal wem, mal erzählen kann“, sagte Kohlschreiber.

Als Nummer eins der Weltrangliste geht Wimbledonsieger Roger Federer aus der Schweiz ins olympische Turnier, das am Samstag in Wimbledon beginnt. Dahinter folgen der Serbe Novak Djokovic und der britische Wimbledon-Finalist Andy Murray. Peking-Olympiasieger Rafael Nadal aus Spanien, weiter die Nummer drei, fehlt wegen Knieproblemen.

Bei den Damen bleibt die Weißrussin Victoria Asarenka vorn, dann kommen die Polin Agnieszka Radwanska, die Russin Maria Scharapowa und Wimbledonsiegerin Serena Williams aus den USA. Die Kielerin Angelique Kerber ist weiterhin Siebte. Sabine Lisicki belegt Rang 17, Julia Görges Platz 24, Mona Barthel Rang 38. Andrea Petkovic steht auf Platz 18. Die Darmstädterin hat ihren Olympia-Start jedoch abgesagt, weil sie sich nach ihrem Bänderriss noch nicht fit genug fühlt. Ihr bleibt wie Haas nur die bittere Zuschauerrolle. (dpa).

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