Sport : Tennis Borussia: Brötchen ohne Lachs

Benedikt Voigt

Der verlorene Sohn saß zur Linken seines Trainers Mirko Slomka und gab sich reumütig. "Nach Gesprächen mit Slomka und Geschäftsführer Plassmann bin ich überzeugt, dass es besser ist, hier zu bleiben", erklärte Niclas Weiland. Eine Woche lang hatte der Mittelfeldspieler beim Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück mittrainiert, dann kam er zu dem Schluss: "Für einen Wechsel hat das nicht gepasst." Also versucht es Weiland noch einmal bei Tennis Borussia, wo ihn der Übungsleiter mit offenen Armen empfing. "Wir haben jetzt alle Positionen doppelt besetzt", sagt Slomka.

Der Coach hat seine Mannschaft zusammen, die heute gegen den KFC Bayer Uerdingen (14 Uhr, Mommsenstadion) den erfolgreichen Saisonstart fortsetzen soll. Vier Punkte aus zwei Spielen sorgen beim Regionalligisten für Zufriedenheit. Vor allem die Abwehr um Torwart René Renno und die Viererkette haben es dem Trainer angetan. "Mit Taskin Aksoy haben wir in der Abwehr Stabilität." Das ist heute gegen den dreimaligen Uerdinger Torschützen Daniel Teixeira auch bedeutsam. Die größeren Probleme erwachsen abseits des Fußballplatzes. Auf dem Rechtsweg versuchen derzeit die Anwälte von Christian Tiffert, einen Wechsel zum VfB Stuttgart zu ermöglichen. Trainer Slomka hat seit Wochen keinen Kontakt zu ihm, obwohl er ihn in der vergangenen Saison bei den A-Junioren trainierte. "Ich finde es persönlich enttäuschend, dass er nicht das Gespräch sucht." Tiffert habe wohl die falschen Berater. Bei dem Gezerre wird immer unwahrscheinlicher, dass das Nachwuchstalent noch einmal ein TeBe-Trikot überstreift. "Man könnte irgendwann an einen Punkt kommen, an dem ein Gespräch mit der anderen Seite über einen Wechsel möglich ist", bietet Plassman an.

Ebenso ist ausgeschlossen, dass nach Ivan Kozak und Niclas Weiland ein weiterer Spieler aus dem letztjährigen Zweitligakader zurückkommt. Brinkmann oder Kirjakow beispielsweise haben noch keinen neuen Verein gefunden. Plassmann sagt: "Wir backen jetzt kleinere Brötchen, da tun wir doch keinen Lachs drauf."

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