Sport : Tennis Borussia: Hooligans im Mommsenstadion

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Fußballspiele im Mommsenstadion? Ein unspektakuläres Vergnügen. Tennis Borussia spielt dort, und deren Fans gelten eher als, sagen wir, gesittet. Brave Jungs aber sind sie nicht. Eine Anekdote aus dem 50. Jubiläumsjahr von TeBe: Im September 1952 stürmen die Fans den Rasen des Mommsenstadions und greifen den Schiedsrichter an. Polizisten müssen den Mann in die Kabine begleiten, das Spiel gegen Wacker 04 wird abgebrochen. Was war passiert?

Die TeBe-Fans waren sauer, weil der Schiedsrichter die Spieler Wittig und Deinert vom Platz gestellt hatte. Warum? Gute Frage. Ein Zeuge sagte vor dem Sportgericht, der Wacker-Spieler Siebke sei nach einem Tritt von Wittig auf die Aschenbahn gestürzt. Wackers Spieler Siebke berichtete dagegen: Ich wurde überhaupt nicht getreten. Warum die Rote Karte für TeBe-Spieler Deinert? Erster Zeuge: Er hat einem Wacker-Spieler von hinten in die Beine getreten haben. Zweiter Zeuge: Der Deinert stand mindestens 15 Meter entfernt. Noch etwas: Die Zahl der attackierenden Fußballsfans? Ein Zeuge sprach von 15 Hooligans, der Schiedsrichter nannte 150.

Das Verfahren dauerte sieben Wochen. Dann endlich gab es ein friedliches Ende: Die Vereine einigten sich darauf, das Spiel im Stadion Neukölln noch einmal auszutragen. TeBe gewann 3:1. Zwischenfälle gab es nicht.

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