Sport : Tennis Borussia: Kein Gehalt, keine Tore

kad

Nichts ist nichts mehr, wie es mal war. Da lebte Tennis Borussia jahrelang in Saus und Braus. Jetzt herrscht Not und Elend. Sportlich ist vor dem Derby gegen den 1. FC Union (heute, 19.30 Uhr, Mommsenstadion) der Abstieg so gut wie besiegelt. Und in der Kasse ist Ebbe. Da führte Vorstandsmitglied Michael Plassmann die verspätete Zahlung der Spielergehälter für März noch auf "technische Probleme" zurück. Nur: Jetzt schuldet der Verein seinen Angestellten schon wieder den Lohn - für April. "Wir befinden uns noch in einer Abstimmungsphase mit der Göttinger Gruppe", begründet Plassmann den neuerlichen Zahlungsverzug. Der Sponsor wollte zwar erst zum 30. Juni aussteigen und den Verein schuldenfrei hinterlassen, aber es mehren sich die Zweifel, dass das Unternehmen diese Zusage auf Grund eigener Schwierigkeiten einhalten kann.

Die missliche Finanzlage von TeBe schlägt sich auch in den Leistungen der Spieler nieder. "Der eine oder andere bei uns macht sich Sorgen, wie er denn seine Wohnungsmiete zahlen soll", berichtet Trainer Friedhelm Häbermann, "aber es gibt die Zusage, dass jeder sein Geld bekommt, vielleicht mal drei Wochen später, aber es kommt."

Dass TeBe den Laden bald ganz dichtmachen muss, glaubt Häbermann nicht. "Der Verein hat schon häufiger in der Klemme gesteckt und immer einen Ausweg gefunden", sagt er und schließt nicht aus, dass er über das Saisonende hinaus bleibt. Etwas realitätsfremd angesichts der desolaten Lage klingt indes seine Zukunftsmusik. Er erwartet doch tatsächlich, dass bei TeBe "in der Oberliga unter Profibedingungen weitergearbeitet wird mit dem Ziel sofortiger Wiederaufstieg". Es gibt doch dieses uralte Lied: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld ... TeBe sicher nicht mehr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar