Tennis : Einig im Eisstadion

Die deutschen Tennisprofis beenden ihren Streit vor dem Daviscup. Der Teamchef selbst stand in der Kritik, der sonst mit seiner ruhigen Art eher dazu beiträgt, die verschiedenen Charaktere der Mannschaft zu einen.

Anke Myrrhe
Kuehnen
Patrik Kühnen -Foto: dpa

Garmisch-Partenkirchen - Konzentration ist nun angesagt. „Die Unstimmigkeiten wurden ausgeräumt“, sagte Teamchef Patrik Kühnen gestern. „Die Stimmung im Team ist sehr gut.“ Höchste Zeit, denn ab heute spielt die deutsche Mannschaft in der ersten Runde des Daviscups in Garmisch-Partenkirchen gegen Österreich – einen Gegner, den man nicht unterschätzen sollte. Das erste Einzel im Eisstadion Riessersee bestreiten Rainer Schüttler und Stefan Koubek (14.30 Uhr, live im DSF), gefolgt von Philipp Kohlschreiber gegen Jürgen Melzer.

Zuletzt aber schienen Streitigkeiten die Vorbereitung des deutschen Teams zu stören. Der Teamchef selbst stand in der Kritik, der sonst mit seiner ruhigen Art eher dazu beiträgt, die verschiedenen Charaktere der Mannschaft zu einen. Er habe sich bei den Australian Open einzig um den derzeit trainerlosen Thomas Haas gekümmert, hieß es, und das, obwohl Haas bereits in Melbourne erneut seinen Daviscup-Einsatz absagte. Kühnen selbst wies die Anwürfe als „absurd“ von sich.

Beschwert haben soll sich auch Rainer Schüttler, der erstmals seit 2006 wieder ins Daviscup-Team zurückkehrt, und zwar über den späten Zeitpunkt seiner Nominierung. Nur auf Kohlschreiber hatte sich Kühnen vorzeitig festgelegt wegen dessen guter Einsätze im vergangenen Jahr, als Kohlschreiber die Führungsrolle im Team übernommen hatte. Die ist nun nicht mehr eindeutig geklärt: Nicolas Kiefer, 31, und Rainer Schüttler, 32, stehen inzwischen wieder vor Kohlschreiber in der Weltrangliste, alle drei zwischen 30 und 40.

Als Reaktion auf die Kritik kündigte Kühnen Veränderungen bei der Nominierung an. Er hatte wohl auch so lange gewartet, um sich ein Bild von Nicolas Kiefer zu machen, der nach seinem doppelten Bänderriss Anfang Januar noch kein Spiel bestritten hat. „Ich habe keine Bedenken, was seine Form angeht“, sagte Kühnen, stellte Kiefer aber zunächst nur fürs Doppel am Samstag mit Christopher Kas auf, der für den verletzten Philipp Petzschner nachgerückt ist.

Zwar haben die Österreicher in vier Begegnungen noch nie gegen Deutschland gewonnen. Doch Jürgen Melzer ist die Nummer 32 der Welt und Stefan Koubek, der sich gerade nach einer Bandscheiben-Operation zurückgekämpft hat, war schon mal unter den Top-20. Außerdem haben die Österreicher ein sehr gutes Doppel. Höchste Zeit also für den deutschen Teamchef wieder das zu tun, was er eigentlich am besten kann: Ruhe verbreiten. 

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