Tennis : Ende des Heimvorteils

Daniel Brands verpasst in München das Finale.

Petra Philippsen[München]
275137_0_289d54e0.jpg
Stolzer Abschied. Daniel Brands unterlag erst Michail Juschni. Foto: dpa

Es gibt Privilegien, die während eines Tennisturniers im Grunde nur Spielern wie Roger Federer oder Rafael Nadal zugestanden werden. Allein schon, um die Topstars bei Laune zu halten. Doch bei den BMW Open in München war es der 141. der Weltrangliste, dem einer dieser speziellen Sonderwünsche gewährt wurde. Der 21-jährige Daniel Brands wollte seine Achtelfinalpartie partout auf dem Nebenplatz M 4 spielen, da dieser über engere Abmessungen verfügt als der große Center Court. Dort fühle er sich einfach am wohlsten, sagte Brands. Dass es so arrangiert wurde, zeigte, welches Standing der junge Mann aus Bogen bei Straubing bei seinem Heimturnier genießt.

Dass er die Partie gegen den knapp 100 Plätze vor ihm eingestuften Franzosen Julien Benneteau zudem gewann, zeigte, wie sehr Brands die heimische Unterstützung beflügelte. Und sie hätte ihn sogar fast bis in sein erstes Endspiel auf der ATP-Tour getragen. Mit 6:3, 3:6 und 4:6 unterlag Brands am Samstag knapp dem Finalisten von 2007, Michail Juschni.

Die Zuschauer halfen ihm zumindest, endlich die Scheu vor dem Center Court zu überwinden, der Brands bis zu seinem vierten Antritt in München noch nie Glück gebracht hatte. Gegen Potito Starce war zunächst ein wenig Hilfe nötig gewesen, denn der Italiener gab mit einer Oberschenkelverletzung die Viertelfinalpartie nach nur einem Satz auf. Furchtlos und aufschlagstark spielte der 1,95 Meter große Brands dann in seinem ersten Halbfinale und überraschte so auch den erfahrenen Juschni. Doch nachdem Brands vier Breakchancen in der entscheidenden Phase des dritten Satzes leichtfertig vergeben hatte, schlug Juschni seinerseits zu. Dennoch war Brands hochzufrieden mit seinem Leistungssprung, den er seiner Meinung nach seinem Trainer Markus Wislsperger zu verdanken hat, der ihn seit Herbst 2008 betreut. „Ich hatte in den letzten Wochen das Gefühl, dass der Knoten platzen wird. Ich hatte eine tolle Woche“, sagte Brands und fügte hinzu: „Sand ist mein Lieblingsbelag.“ Ein Novum aus dem Munde eines deutschen Profis.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben