Sport : Tennis: Erst gehumpelt, dann gewonnen

Thomas Johansson ist der Sieger von Halle. Trotz einer schmerzhaften Oberschenkelverletzung setzte sich der 26-jährige Schwede am Sonntag im Finale mit 6:3, 6:7 (5:7), 6:2 gegen den Franzosen Fabrice Santoro durch. Nach 1:58 Stunden verwandelte Johansson, der Mitte des zweiten Satzes eine Behandlungspause einlegen musste, seinen ersten Matchball. Sein Landsmann Nicklas Kulti hatte das Rasenturnier in Westfalen als erster und bis dato einziger Schwede vor fünf Jahren gewonnen. "Der Schlüssel zum Sieg war mein harter erster Aufschlag", bilanzierte Johansson, und Santoro konnte dem nur zustimmen.

Seinen fünften ATP-Titel musste sich der kühl und überlegt spielende Johansson schwer erkämpfen. Dabei sah zunächst alles leicht und locker aus, während der kleine Santoro Probleme mit dem präzisen und sicheren Spiel seines Gegners hatte. Prompt verlor der Franzose seinen ersten Satz bei dem mit einer Million Dollar dotierten Turnier.

Doch der Tatendrang des Weltranglisten-39. wurde im zweiten Durchgang gebremst: Johansson humpelte beim Stand von 2:3 zu seiner Bank, um sich einen Verband anlegen zu lassen. Fast sah es so aus, als würde die Adduktorenverletzung im linken Oberschenkel das Aus für den blonden Schweden bedeuten. Doch ganz im Gegenteil: Jetzt erst recht, mag sich der Viertelfinalist der US Open 2000 geschworen haben. Er riss sich den Verband wieder ab - und spielte weiter.

Im Tiebreak setzte Santoro alles auf eine Karte, um die drohende Niederlage abzuwenden. Johansson verlor das Nervenduell unglücklich. Der dritte Satz gehörte dann dem Skandinavier, der seinen ersten Matchball sogar gegen den aufschlagenden Santoro nervenstark ins Feld platzierte. Johansson trat die Nachfolge des Amberger Daviscupspielers David Prinosil an, der das einzige deutsche Rasenturnier im Vorjahr gewonnen hatte. Diesmal war für "Prino" bereits im Achtelfinale Endstation. Als letzter Deutscher war Lars Burgsmüller (Essen) im Viertelfinale ausgeschieden.

Erster Turniersieg für Lamade

Bianka Lamade gibt dem deutschen Damentennis wieder etwas Hoffnung. Die 18-jährige Pforzheimerin, die seit Jahren in Straßburg lebt und mit Coach Hubert Chodury trainiert, gewann das WTA-Turnier in Taschkent durch einen 6:3, 2:6, 6:2-Finalsieg gegen die Holländerin Seda Noorlander. Es war der erste Turniersieg der an Nummer sechs gesetzten Lamade, die seit Januar 2000 Profi ist.

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