Tennis : Federer mit Volldampf ins Halbfinale

Der dreimalige Rothenbaum-Sieger Roger Federer und Rafael Nadal haben das Halbfinale beim Sandplatz-Tennisturnier in Hamburg erreicht. Federer setzte sich gegen den Spanier David Ferrer durch.

Hamburg - Der "Fed-Express" kommt langsam in Fahrt und steuert mit Volldampf Richtung Traumfinale am Hamburger Rothenbaum. Nach zuletzt vier missglückten Turnier-Auftritten setzte sich Roger Federer am Freitag gegen David Ferrer in 1:47 Minuten mit 6:3, 4:6, 6:3 durch und ließ sich auch vom ersten Satzverlust im siebten Tennis-Vergleich mit dem Spanier nicht aus der Erfolgsspur drängen. Letztlich erledigte der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz souverän seine Hausaufgaben zum Erreichen des erhofften Endspiels gegen Rafael Nadal, der in seinem zweiten Rothenbaum-Viertelfinale nach 2003 am Abend den Chilenen Fernando Gonzalez mit 6:4, 6:4 bezwang und seinen Sandplatz-Rekord auf unglaubliche 80. Siege nacheinander schraubte.

"Es ist eine Wahnsinns-Serie, die Rafael da hinlegt. Ein Wahnsinn, wie gut er spielt", sagte Branchen-Primus Federer. Einen Schritt vor dem finalen Gipfeltreffen beobachtete er seinen ärgsten Widersacher auf dem Platz, mit dem ihn privat eine Freundschaft verbindet. "Ich sehe ihn gerne spielen." Und wo hat der Mallorquiner Schwächen, wurde Federer gefragt: "Ehrlich gesagt, im Moment hat er nicht wirklich welche", antwortete der Eidgenosse und konnte beim Match Nadals gegen Doppel-Olympiasieger Gonzalez doch ein paar wenige entdecken.

Federer trifft auf Moya

In der Vorschlussrunde der einzigen Masters-Veranstaltung in Deutschland trifft Federer an diesem Samstag (13:00 Uhr) auf den Spanier Carlos Moya, der Novak Djokovic aus Serbien mit 7:6 (7:4), 4:6, 7:5 bezwang. "Wenn ich schon im Halbfinale bin, dann will ich auch gewinnen", sagte Federer, der nach 2002, 2004 und 2005 zum vierten Mal triumphieren kann. Nadal bekommt es danach mit dem Australier Lleyton Hewitt (6:3, 6:4 gegen den Spanier Nicolas Almagro) zu tun, den er wegen dessen Spielweise sehr schätzt. "Ich freue mich riesig, dass ich im Halbfinale stehe, nachdem ich in den letzten drei Jahren nicht hier sein konnte", sagte Nadal.

Mit seinem Auftritt gegen Ferrer war Federer zufrieden, obwohl er im siebten Duell mit dem Weltranglisten-14. aus Valencia den ersten Satz abgeben musste. "Es war ein hartes Match, aber das wusste ich vorher. David ist auf Sand ein klasse Spieler." Nach der Trennung von Trainer Tony Roche fühle er sich "wieder sehr viel wohler", meinte der 25-Jährige. Bis zum 4:2 im zweiten Satz sah alles nach einer glatten Sache aus. Doch Schwächen beim Aufschlag sowie leichte Fehler machten Ferrer stark, und der ebenfalls 25-Jährige nutzte die Chance zum Satzausgleich eiskalt. Danach blieb es ausgeglichen, bis der zehnmalige Grand-Slam-Champion mit dem Break zum 5:3 den "Fed-Express" vorm Entgleisen bewahrte.

Becker erschöpft

Das Oldie-Turnier am Rothenbaum ist dagegen um eine Attraktion ärmer. Nach einem Sieg gegen seinen einstigen Erzrivalen Thomas Muster meldete sich der erschöpfte Boris Becker am Freitagmorgen vor seinem geplanten zweiten Match gegen den Tschechen Karel Novacek ab. "Boris hat mich angerufen und mir gesagt, dass er auf Grund einer Wadenverletzung nicht mehr spielen kann", sagte Turnierdirektor Carl-Uwe Steeb. Ungeachtet dessen strömten die Zuschauer auch am drittletzten Tag unverdrossen auf die Anlage. Am Donnerstag waren es sogar 18.000 Zuschauer: So viele wie noch nie in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Traditionsveranstaltung. (Von Andreas Bellinger, dpa)

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