Tennis - French Open : Maria Scharapowa besiegt Simona Halep im Frauen-Finale

Drei lange Sätze mühte sich Maria Scharapowa auf dem Sand von Roland Garros gegen Petkovic-Bezwingerin Simona Halep - dann durfte sich die Russin über ihren zweiten Sieg bei den French Open freuen.

Scream-Queen. Maria Scharapowa musste in ihrem Finale gegen Simona Halep kämpfen, biss sich letztlich aber durch.
Scream-Queen. Maria Scharapowa musste in ihrem Finale gegen Simona Halep kämpfen, biss sich letztlich aber durch.Foto: AFP

Maria Scharapowa ist nach dem knappsten French-Open-Finale seit 13 Jahren wieder die Tennis-Regentin an der Seine. Zwei Jahre nach ihrem ersten Erfolg in Paris wehrte die ehemalige Weltranglisten-Erste den Angriff von Aufsteigerin Simona Halep mit dem schwer erkämpften 6:4, 7:6 (7:5), 6:4 allerdings nur knapp ab. "Das war das härteste Grand-Slam-Finale, das ich je gespielt habe. Respekt vor Simona, sie hat unglaublich gespielt", sagte die erleichterte Scharapowa. Nach dem Matchball stürmte sie auf die Tribüne und herzte ihren Betreuerstab.

Scharapowa entschädigte sich mit ihrem Erfolg über die 22-jährige Rumänin am Samstag für ihre letztjährige Endspiel-Niederlage gegen die Amerikanerin Serena Williams. "Ich hätte vor sieben, acht Jahren nie gedacht, dass ich Roland Garros zweimal gewinne. Ich bin so emotional, ich kann kaum sprechen." Auf Französisch fügte sie hinzu: "Dieser Sieg ist so wichtig für meine Karriere."

Erst nach mehr als drei Stunden Spielzeit durfte die 27-jährige Russin ihren fünften Grand-Slam-Titel bejubeln und bekam dafür eine Siegprämie von 1,65 Millionen Euro. Halep erhielt nach in ihrem ersten Grand-Slam-Finale die Hälfte. Die Bezwingerin von Andrea Petkovic verpasste den ersten rumänischen Triumph in Paris seit 1978. "Dieses Finale wird mein Leben lang ein ganz besonderes bleiben", gestand Halep.

Ein Finale mit vielen umkämpften, sehenswerten Ballwechseln

36 Jahre nach dem Erfolg der Rumänin Virginia Ruzici war Halep auf dem Court Philippe Chatrier keine Nervosität anzumerken. Mehr Fehler machte anfangs Scharapowa, die Nummer acht der Welt gab gleich im ersten Spiel ihren Aufschlag ab und startete mit einem 0:2-Rückstand. In den drei vorherigen Runden hatte sie jeweils den ersten Satz verloren, sich dann aber noch durchgesetzt. Dies war ihr auch beim jüngsten Vergleich gegen Halep in Madrid gelungen, wo Scharapowa im Endspiel auch das dritte Duell der beiden gewonnen hatte.

Das Pariser Finale entwickelte sich bei schwüler Wärme zu einer engen Auseinandersetzung mit vielen umkämpften, sehenswerten Ballwechseln. Scharapowa ging beim 3:2 erstmals in Führung, musste sich gegen die Juniorensiegerin von 2008 aber für viele Punkte hart arbeiten. Der rund zehnköpfige Anhang von Halep war auf der Tribüne an seinen roten T-Shirts zu erkennen. Zufall oder nicht: Auch der rumänische Tennis-Impresario Ion Tiriac verfolgte von seinem Stammplatz in der erste Reihe in einem roten Polohemd die Bemühungen seiner Landsfrau.

Erstmals seit 2001 gab es wieder drei Sätze im Frauen-Finale

Die für ihr taktisches Geschick gerühmte Halep konnte ab Mitte des ersten Satzes allerdings häufig nur noch reagieren. Scharapowa wackelte nach dem 5:2 zwar noch einmal, holte sich aber den Satz. In ihrem neunten Grand-Slam-Finale führte die Wahl-Amerikanerin im zweiten Durchgang schnell 2:0. Mit einigen Fehlern ließ sie Halep jedoch zurück in die Begegnung. Die künftige Nummer drei der Welt wehrte zwei Breakbälle zum 3:5 ab und ging nach dem spektakulärsten Punkt der Partie 5:4 in Führung. Ein Netzroller brachte Scharapowa das 5:5. Auch nach dem nächsten Break zeigte Halep bei eigenem Aufschlag Nerven und musste in den Tiebreak. Dort verspielte Scharapowa eine 5:3-Führung - damit gab es erstmals seit 2001 wieder einen dritten Satz in einem Damen-Finale der French Open.

Scharapowa verwandelte im entscheidenden Satz ein 1:2 in einen 4:2-Vorsprung, hatte Haleps Widerstand aber immer noch nicht gebrochen und kassierte nach einem Doppelfehler den Ausgleich. Nach 3:02 Stunden verwandelte sie schließlich ihren ersten Matchball, sank auf die Knie und schrie ihre Freude heraus. (dpa)

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