Tennis : Geldstrafe für "mangelnden Einsatz"

Zehn Doppelfehler in einem Satz kamen dem Schiedsrichter merkwürdig vor. Er verwarnte den Russen Nikolai Dawidenko, da dieser absichtlich verlieren würde. Motivation: Er war bereits für den Masters-Cup der besten acht Tennisspieler qualifiziert.

Dawidenko
Und wieder im Aus. Zehn Doppelfehler des Russen Dawidenko in einem Satz machten die Richter stutzig. -Foto: dpa

St. PetersburgDer Tennis-Weltranglistenvierte Nikolai Dawidenko sorgt nach den gegen ihn erhobenen Vorwürfen des Wettbetruges erneut für Aufsehen und muss wegen mangelnden Einsatzes bei seinem Achtelfinal-Aus in St. Petersburg 2000 Dollar zahlen. Diese Strafe verhängte die Herren-Profiorganisation ATP nach dem 6:1, 5:7, 1:6 des Russen am Tag zuvor gegen den Kroaten Marin Cilic. Dawidenko ist trotz der Niederlage längst für den Masters Cup der besten acht Profis dieser Saison im November in Shanghai qualifiziert.

Stuhlschiedsrichter Jean-Philippe Dercq aus Belgien hatte bei einem Seitenwechsel im letzten Satz Dawidenko verwarnt, der viele Bälle leicht vergab und zehn Doppelfehler im entscheidenden Durchgang servierte. "Ich mache einen Doppelfehler und verliere das Spiel. Daraufhin sagt der Schiedsrichter, ich würde versuchen, absichtlich zu verlieren. Ich war geschockt, ihn das sagen zu hören. Das ist einfach empörend." Er habe weinen müssen, sagte Dawidenko und fügte hinzu, er sei in Wahrheit müde geworden und habe möglicherweise sogar psychologische Probleme. Nach dem Match habe er mit dem Oberschiedsrichter über den Vorgang gesprochen.

Dawidenko schon einmal unter Verdacht

Der Russe steht im Mittelpunkt einer Affäre, in deren Zusammenhang Vorwürfe des Wettbetruges im Tennis laut geworden sind. Dawidenko hatte Ende August beim ATP-Turnier in Sopot aufgegeben, nachdem auf seinen argentinischen Gegner Martin Vassallo Arguello trotz verlorenen ersten Satzes hohe Wetteinsätze getätigt worden waren. Während Dawidenko die Vorwürfe bestreitet, haben der schottische Profi Andy Murray und zuletzt auch sein österreichischer Kollege Werner Eschauer erklärt, es gebe Wettbetrügereien im Tennis. (mit dpa)

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