Tennis : Haas scheitert an US-Nobody

Aus für Thomas Haas in Washington: Beim dritten Auftritt nach einmonatiger Verletzungspause scheiterte der Hamburger Tennisprofi im Viertelfinale am US-Außenseiter John Isner.

Thomas Haas
Isner schlug gegen Haas 30 Asse. -Foto: AFP

WashingtonHaas verlor gegen die Nummer 416 der Weltrangliste mit 4:6, 7:6 (8:6), 6:7 (5:7) und verpasste damit den 400. Sieg seiner Karriere. Der 29-Jährige fand in dem 145 Minuten langen Marathon-Match kein Mittel gegen den 2,05 Meter großen und aufschlagstarken Außenseiter, der erst sein zweites Profi-Turnier spielt. Isners 30 Asse brachten Haas beinahe zur Verzweiflung. "Ich habe im Tie-Break einen schlechten Punkt gespielt, und das hat mich den Sieg gekostet", analysierte Haas.

Seine Rückkehr auf die Tour nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden in Wimbledon, als er wegen einer Bauchmuskelzerrung zum Viertelfinale gegen den späteren Sieger Roger Federer nicht antreten konnte, war durchwachsen. Nach den mühelosen Siegen gegen den Kolumbianer Alejandro Fallo (6:3, 6:2) und im Achtelfinale gegen Michael Russell (USA/6:3, 6:4) war ihm gegen Isner in den entscheidenden Situationen die fehlende Spielpraxis anzumerken.

Haas nimmt Niederlage mit Humor

"Isner hat ziemlich gut aufgeschlagen. Die Tour sollte ein System erfinden, dass Spieler über 1,98 m nicht mehr spielen dürfen", meinte Haas. In der kommenden Woche beim Masters-Series-Turnier in Montreal will er es besser machen. In Runde eins bekommt Haas es mit dem Argentinier Agustin Calleri zu tun.

Isners unerwarteter Siegeszug beim 600.000 Dollar-Hartplatz- Turnier in der US-Hauptstadt verblüfft unterdessen alle. Der Profi- Neuling, nur per Wildcard ins Feld gekommen, hatte vor Haas bereits den Turniersieger von 2003, Tim Heman (England), und Benjamin Becker (Mettlach) bezwungen. "Ich mache mir keine großen Gedanken, wenn ich raus auf den Platz gehe, denn den großen Druck hat sowieso mein Gegner", erklärte Isner, der im Halbfinale auf den Franzosen Gael Monfils trifft. Im zweiten Vorschlussrunden-Duell stehen sich Ivo Karlovic aus Kroatien und der topgesetzte Amerikaner Andy Roddick gegenüber. (mit dpa)

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