Sport : Tennis: Haas scheitert im Finale von Wien

In Endspielen klebt Thomas Haas weiter das Pech am Schläger. 17 Tage nach der Niederlage im Olympia-Finale erlebte der gebürtige Hamburger in Wien eine weitere Enttäuschung und scheiterte im Kampf um den Turniersieg mit 4:6, 4:6, 4:6 am Briten Tim Henman. Für den in Florida lebenden Haas war es im neunten Finale bereits die achte Niederlage. Angst vor einem Endspieltrauma hat der 22-Jährige jedoch nicht. "Ich kann gut damit umgehen, denn ich bin sehr stolz, in einem Finale zu stehen. Meine Zeit wird noch kommen", sagte er.

Haas vergab die große Chance, als dritter Deutscher nach Boris Becker (1996) und Michael Stich (1991) das Hallen-Turnier in der österreichischen Hauptstadt zu gewinnen. Vor einem Jahr konnte schon Nicolas Kiefer in der Stadthalle nicht in die Fußstapfen der beiden deutschen Wimbledon-Gewinner treten. Henmans Landsmann Greg Rusedski war damals zu stark für den Holzmindener gewesen.

Eine Woche nach dem Turniersieg seines Rivalen Kiefer in Hongkong zeigte auch Haas, dass es im deutschen Tennis wieder aufwärts geht. Wie Kiefer, der mit einer Gipshand eine Zwangspause einlegen muss, hat auch Haas noch Chancen, sich in den nächsten Wochen für die ATP-WM vom 27. November bis 4. Dezember in Lissabon zu qualifizieren. "Es wird sehr schwer, aber ich habe eine klitzekleine Chance. Ich werde versuchen, sie zu nutzen", kündigte Haas an. Der Silbermedaillen-Gewinner von Sydney wird nun eine Woche Pause machen und dann in Basel, Stuttgart und Paris auf Punktejagd gehen. Der Weltranglisten-Zehnte Henman kassierte ein Preisgeld von 130 000 Dollar. Für den Weltranglisten-24. Haas waren immerhin noch 68 500 Dollar im Topf.

Der Deutsche scheint im entscheidenden Moment nicht zulegen zu können. Doch künftig will er auch am Final-Sonntag erfolgreich sein. Zum ersten und zum letzten Mal war er vor eineinhalb Jahren in Memphis obenauf gewesen. Der Ferrari-Fahrer gab im Wiener Finale gegen Henman, der in der Runde der letzten Vier den Schweizer Roger Federer ausgeschaltet hatte, im siebten Spiel des ersten Satzes mit einem Doppelfehler den Aufschlag ab. Fortan gab der Brite den Ton an. "Er hat sehr gut aufgeschlagen, hat mir keine Chance gelassen, ins Match zu kommen", meinte Haas. Nur einmal durfte er auf die Wende hoffen, als er sich im letzten Spiel drei Breakbälle erkämpfte, die er aber nicht nutzen konnte. "Es sollte halt nicht sein", sagte er.

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