Tennis : Haas vergibt drei Matchbälle - raus

Thomas Haas tritt nach seiner langen Verletzungspause auf dem angestrebten Weg zurück in die Weltspitze auf der Stelle. Beim Hallen-Turnier in San Jose unterliegt Haas unglücklich dem Amerikaner John Isner.

Wolfgang Müller[dpa]

San Jose/Hamburg Haas musste in San Jose im dritten ernsthaften Spiel seit seiner Schulter-Operation am 16. November erneut einen Rückschlag hinnehmen. Nach drei vergebenen Matchbällen musste sich der an Nummer drei gesetzte Haas im Achtelfinale der mit 436.000 Dollar dotierten Veranstaltung dem Amerikaner John Isner mit 6:4, 6:7 (6:8), 3:6 geschlagen geben.

"Das ist natürlich sehr enttäuschend", sagte der Wahl-Amerikaner nach der Pleite in etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit. "Du hast die Chance zur Revanche und drei Matchbälle am Stück - aber das ist halt Tennis." Das bislang einzige Duell gegen den 2,06 Meter großen Aufschlag-Riesen aus den USA hatte Haas im vergangenen Jahr in Washington ebenfalls verloren. Auch Denis Gremelmayr verpasste das Viertelfinale im kalifornischen San Jose. Der Linkshänder aus Lampertheim schied nach einem 7:6 (7:4), 3:6, 3:6 gegen Isners Landsmann Mardy Fish aus.

Niederlage gegen Tennis-Rentner Sampras

Trotz der am Ende unglücklichen Niederlage stellt sich nun mehr und mehr die Frage, ob - und vor allem wann - es der in der Weltrangliste auf Position 26 abgerutschte Haas wieder ganz nach oben schafft und und ob seine Schulter den neuerlichen Belastungen standhält. Bei seinem Comeback in Delray Beach/Florida war Haas vor eineinhalb Wochen bereits in der ersten Runde am Argentinier Diego Hartfield gescheitert. In San Jose hatte er zum Auftakt am Mittwoch den Amerikaner Robert Kendrick in drei Sätzen besiegt, zuvor allerdings in einem Schaukampf eine klare Zweisatz-Niederlage gegen Tennis-Rentner Pete Sampras kassiert. Dabei benötigt Haas nichts dringender als Spielpraxis - schließlich will er im April unbedingt das deutsche Team im Davis-Cup-Viertelfinale gegen Spanien anführen.

"Es ist noch zu früh zu sagen, ob er dabei sein kann", sagte Teamchef Patrik Kühnen. "Es ist gut, dass Tommy wieder spielt und auf der Tour ist. Und es ist auch nicht unnormal, dass es noch nicht ganz so rund läuft." Beim Turnier in Dubai in der ersten März-Woche werde er "genug Zeit für Gespräche" mit seiner Nummer eins haben, erklärte Kühnen.

Haas zeigt Nerven

Immerhin präsentierte sich Haas im "HP Pavilion" verbessert, zeigte aber bei 6:3-Führung im Tiebreak Nerven und konnte drei Chancen zum Matchgewinn nicht nutzen. Auch der eigene Aufschlag ließ ihn noch zu oft im Stich, so dass er sich am Ende den 22 Assen seines Gegners geschlagen geben musste. "Die ehemalige Nummer zwei der Welt zu schlagen, ist großartig", sagte der Weltranglisten-106. Isner räumte aber auch ein: "Ich weiß, dass er nicht bei 100 Prozent ist." (küs/dpa)

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