Sport : Tennis: Kiefer erreicht das Achtelfinale

Nicolas Kiefer hat die zweite Wimbledon-Woche und ein Duell mit Andre Agassi gebucht. Der 23-Jährige aus Holzminden bezwang den Russen Andrej Stoliarow 7:6 (7:5), 6:4, 6:7 (4:7), 6:3 und zog damit wie bei seinem Debüt an der Church Road 1997 als einer von zwei deutschen Tennis-Profis neben Anke Huber in die Runde der letzten 16 ein. Dort wird die Aufgabe gegen Agassi am Montag freilich um einiges schwieriger. In welch großartiger Form sich der Amerikaner befindet, musste er beim 6:3, 6:1, 6:1 gegen den Chilenen Nicolas Massu nicht einmal ansatzweise zeigen.

Kiefers größtes Problem hatte sich schon vor dem Spiel erledigt. Der lädierte Oberschenkel hielt, die Behandlung durch den Physiotherapeuten Jan Velthuis hatte angeschlagen. Schon bei Einspielen war Kiefer beser Dinge, bis dann der Regen kam und die noch gar nicht gestartete Partie für eine gute halbe Stunde verschoben wurde.

Die Pause raubte dem Deutschen einen Teil seiner Konzentration. Vor allem bei langen Ballwechseln leistete er sich dumme Fehler. Viel zu selten suchte er den direkten Erfolg am Netz. Dabei hatte er, wann immer er genau das tat, Erfolg. So auch, als er nach verlorenem Aufschlagspiel zum 5:6 mit dem Rücken zur Wand stand. Prompt durchbrach er das Service des Russen. Den Tiebreak holte sich Kiefer schließlich nach dem längsten Ballwechsel der Partie mit 7:5.

Im weiteren Verlauf des Matches hatte Kiefer meist die bessere Antwort parat. Zunächst auch im Tiebreak des dritten Satzes, in dem er schon mit 4:0 führte. Doch dann ließ die Konzentration nach, und Kiefer gab sieben Punkte in Serie ab. Der Schläger musste seinen Ärger ertragen und anschließend der Russe, der die beiden nächsten Spiele zu Null verlor. Jetzt lief das Spiel, und Kiefer ließ sich die Konzentration nicht noch einmal rauben. Die Standortbestimmung gegen Agassi lockt. Doch um sie nach dem traditionell freien Sonntag bei den All England Championships zu bestehen, muss sich Kiefer noch um einiges steigern. "Aber nichts ist unmöglich", sagte er nach dem dritten Sieg in Folge. Das war ihm in dieser Saison noch nicht gelungen.

Debütant Stoliarow verabschiedete sich erhobenen Haupts und in bester Gesellschaft. Sein Landsmann Jewgeni Kafelnikow, der wie er aus Sotschi am Schwarzen Meer kommt, schied nur wenige Minuten vorher in vier Sätzen gegen den Argentinier Guillermo Canas aus. Mühen musste sich Geheimfavorit Lleyton Hewitt gegen den Marokkaner Younes El Aynaoui. Weiter sind auch French-Open-Finalistin Kim Clijsters aus Belgien und die amerikanische Titelverteidigerin Venus Williams.

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