Tennis : Kohlschreiber unterliegt Nadal

Beim Stuttgarter ATP-Turnier fand der Augsburger Philipp Kohlschreiber kein Rezept gegen den angeschlagenen Spanier Rafael Nadal. "Er spielt einfach ein saugutes Tennis, es schaut gar nicht danach aus", sagte Kohlschreiber nach dem Spiel.

Marc Zeilhofer[dpa]
Rafael Nadal
Rafael Nadal lässt sich beim ATP-Turnier in Stuttgart im Achtelfinale nach einer Verletzung am Knie behandeln. -Foto: dpa

StuttgartAuch ein verletzter Rafael Nadal ist für Philipp Kohlschreiber in diesem Jahr unbezwingbar. Der Augsburger Tennisprofi unterlag beim Stuttgarter ATP-Turnier dem spanischen Weltranglisten-Zweiten mit 3:6 und 3:6. Obwohl Nadal sich gleich zu Beginn der 1:35 Stunden dauernden Partie am Abend auf dem Weissenhof an der lädierten rechten Patellasehne behandeln ließ und nicht immer im Vollbesitz seiner läuferischen Kräfte war, reichte sein spielerisches Potenzial aus, um den letzten im Turnier verbliebenen Deutschen in Schach zu halten.

"Ich habe einen stechenden Schmerz wie im Wimbledon-Finale gespürt. Ganz am Anfang habe ich gezweifelt, ob ich weiterspielen kann, aber dann ließ der Schmerz nach", sagte Nadal. Der 21-Jährige trifft nun im Viertelfinale des mit 642.750 Euro dotierten Sandplatz-Turnier an diesem Freitag auf den Argentinier Juan Monaco, der gegen den Österreicher Stefan Koubek 6:2, 3:6, 6:3 gewann. "Ich glaube schon, dass es weitergeht", meinte Nadal über die drei Spiele bis zu seinem zweiten Turniersieg am Weissenhof nach 2005.

Alles schien gegen ihn zu sprechen

Ebenfalls in der Runde der letzten acht steht Juan Carlos Ferrero aus Spanien. Der French-Open-Sieger von 2003 setzte sich gegen Diego Hartfield (Argentinien) 6:4, 1:6 und 6:3 durch. Gleich zu Beginn der von den etwa 4500 Zuschauern mit Spannung erwarteten Partie schien alles gegen Nadal zu sprechen. Der French-Open-Sieger und Wimbledon-Finalist musste sich beim Stand von 0:1 und 0:15 an der rechten Patellasehne behandeln lassen, die ihm schon in Wimbledon Probleme bereitet hatte.

Mit dick bandagiertem rechten Knie humpelte Nadal nach der ihm zustehenden fünfminütigen Behandlungspause zurück auf den Platz. Viele Beobachter rechneten bereits mit der Aufgabe. "Auch ich habe kurz daran gedacht, aber es ist immer besser, weiterzuspielen", meinte Kohlschreiber. Mit zunehmender Spieldauer fand sich Nadal besser zurecht, während München-Sieger Kohlschreiber vor allem mit seiner Rückhand Probleme hatte und kein Erfolgsrezept fand. Nur 43 Prozent erfolgreiche erste Aufschläge waren zudem im ersten Satz zu wenig, um Nadal unter Druck setzen zu können. "Er spielt einfach ein saugutes Tennis, es schaut gar nicht danach aus", sagte Kohlschreiber.

Kein Rezept gegen Nadal

Gegen den nicht mit voller Kraft agierenden Nadal fand der Weltranglisten-37. vor den Augen von Daviscup-Teamchef Parick Kühnen kein Rezept. Logische Konsequenz war die dritte Niederlage gegen Nadal in diesem Jahr nach den Australien Open und dem Mastersturnier in Monte Carlo. Nur ein schwacher Trost sind 8600 Dollar Preisgeld und 25 Ranglistenpunkte. (mit dpa)

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