Tennis-Legende Rod Laver : „Zverev kann mal ganz oben stehen“

Der Australier Laver spricht vor dem Start des nach ihm benannten Cups in Prag über das internationale Tennis, den vielversprechenden Nachwuchs und die Ähnlichkeiten zum Ryder Cup im Golf.

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Tennis-Legenden unter sich: Namensgeber Rod Laver steht zwischen den Kapitänen der Mannschaften Björn Borg (links) und John McEnroe (rechts).
Tennis-Legenden unter sich: Namensgeber Rod Laver steht zwischen den Kapitänen der Mannschaften Björn Borg (links) und John...Foto: Milan Kammermayer/Reuters

Rod Laver, Sie haben elf Grand-Slam-Turniere im Einzel und sechs Titel im Doppel gewonnen. Insgesamt holten Sie in Ihrer 23 Jahre langen Karriere rund 200 Einzeltitel. Wie fühlt es sich nun an, Namensgeber eines neuen Tennis-Mannschaftswettbewerbs zu sein?

Mir gefällt es, dass mein Name auf diesem wunderschönen Pokal steht. Dieser Wettbewerb ist ja tatsächlich einzigartig im Tennis. Von den besten zwölf Spielern der Welt sind viele hier, das Format mit dem Match-Tiebreak im dritten Satz ist interessant. Ich glaube, der Laver Cup hat eine gute Chance, über die Jahre immer größer zu werden.

Die Ähnlichkeiten zum Ryder Cup im Golf sind sicher nicht zufällig.

Ganz klar, der Ryder ist Vorlage für den Laver Cup. Natürlich fehlt noch die Tradition, aber ich hoffe, dass sich das entwickelt. Diese erste Austragung hier in Prag ist dafür natürlich mitentscheidend. Die Herausforderung ist, aus dem Auftakt eine Geschichte zu machen. Dafür müssen alle mitziehen, Fans und Journalisten und natürlich auch die Spieler. Dafür braucht es diese spezielle Atmosphäre, wie es sie ja im Ryder Cup gibt, und natürlich müssen die Besten der Welt auch künftig dabei sein wollen.

Die erste Ausgabe scheint auf dem Papier eine klare Angelegenheit für Europa zu sein.

Natürlich ist Europa Favorit. Aber man darf auch nicht vergessen, dass Roger Federer 36 Jahre alt ist, und Rafael Nadal 31. Auch Novak Djokovic, Andy Murray und Stan Wawrinka, die derzeit leider alle verletzt sind und deshalb hier fehlen werden, sind schon über 30. Deshalb glaube ich schon, dass der Rest der Welt bereits bald zu Europa aufgeholt haben wird.

Zumal sich im Tennis die Hierarchien immer wieder verändern…

Das stimmt. Wenn man sich die ganzen australischen Sieger der Grand Slams zu meiner Zeit ansieht, dann hätte es damals wahrscheinlich ein Team Australien gegen den Rest der Welt gegeben. Jetzt dominiert eben Europa. Aber wenn ich mir zum Beispiel den Kanadier Denis Shapovalov ansehe, der gerade mal 18 ist und hier schon mitspielt, dann sieht es für das Team Welt in Zukunft gar nicht so schlecht aus.

Europa hält in Sachen Jugend und Talent mit Alexander Zverev dagegen. Was halten Sie von ihm?

Ich habe ihn schon einige Mal live erlebt. Seine Fähigkeiten sind bemerkenswert. Ich denke, dass er gute Chancen hat, mal ganz oben zu stehen. Er braucht nur noch ein bisschen mehr Erfahrung und muss lernen, wie und wann er sein bestes Tennis spielt. Das ist die Herausforderung, die es für ihn zu meistern gilt.

Die Fragen stellte Jörg Leopold.

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