Tennis : Neue Einigkeit im Damen-Team

Auslosung für den Fedcup: Die deutschen Tennis Damen sind bei der Ziehung in London nicht gesetzt - sie könnten auf Belgien, Österreich, Japan oder Spanien treffen.

Fürth - Für ihren Geburtstag an diesem Mittwoch hat Barbara Rittner einen ganz besonderen Wunsch. "Es muss ja nicht gerade Japan auswärts sein", sagte die deutsche Fedcup-Teamchefin mit Blick auf die Auslosung der Aufstiegsspiele zur Weltgruppe und mögliche Gegner für ihr Nationalteam. Wie der Weltverband ITF mitteilte, sind die deutschen Tennis-Damen bei der Ziehung in London nicht gesetzt. Damit können sie am 14. und 15. Juli nur auf eines der vier gesetzten Teams Belgien, Österreich, Spanien oder Japan treffen.

Dass sich das deutsche Fedcup-Team für die Aufstiegsspiele qualifizieren konnte und auf die Rückkehr in die Erste Liga hoffen darf, hat es in erster Linie zwei Spielerinnen zu verdanken. Die wiedererstarkte Anna-Lena Grönefeld und die unerschrockene Aufsteigerin Tatjana Malek führten ihr Team am Wochenende in Fürth zum 4:1-Sieg gegen Kroatien.

DTB-Präsident: Die jungen Damen haben voll eingeschlagen

"Dass uns der Umbruch mit dem neu formierten Team gelungen ist, ist ein großer Erfolg. Die jungen Damen haben voll eingeschlagen", sagte DTB-Präsident Georg von Waldenfels. "Wir haben jetzt eine sehr verlässliche Mannschaft, darauf können wir aufbauen." Tatsächlich demonstrierte das Team des Deutschen Tennis Bundes (DTB) nach einem Jahr der Querelen - geprägt vom Streit mit Grönefelds früherem Trainer Rafael Font de Mora, den Absagen für das verlorene Abstiegsspiel in China und dem Rauswurf von Martina Müller und Julia Schruff - endlich wieder mannschaftliche Geschlossenheit.

Der Auftritt von Grönefeld und der beiden 19-Jährigen Malek (in der Weltrangliste auf Platz 126) und Andrea Petkovic (177.), die gemeinsam das abschließende Doppel gegen Jelena Kostanic-Tosic und Sanja Ancic gewannen, lässt auch sportlich auf bessere Zeiten im deutschen Damen-Tennis hoffen. "Langfristig traue ich Tatjana und Andrea den Sprung in die Top 50 zu", sagte Rittner drei Tage vor ihrem 34. Geburtstag.

Vielversprechender Nachwuchs

In Kristina Barrois (125.), Angelique Kerber (112.) und der vielversprechenden Julia Görges (244.) nähern sich weitere Spielerinnen den ersten Hundert der Welt. "Da ist ein interessanter Kreis von vier, fünf Spielerinnen, die auf sich aufmerksam machen wollen. Die haben auch den Ehrgeiz, den Fedcup erfolgreich zu spielen", sagte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard.

Diesen Ehrgeiz hat auch Anna-Lena Grönefeld. "Fedcup könnte ruhig öfter im Jahr sein", sagte die 21 Jahre alte Nordhornerin. Die deutsche Nummer eins war an dem sonnigen Wochenende in Fürth sogar zu Scherzen über das Dauerthema Körpergewicht aufgelegt und voll im Team integriert. Eine Sonderrolle soll sie in Zukunft trotzdem spielen. "Es ist wichtig, dass man eine Führungsspielerin hat. Da wäre eine Anna-Lena in alter Verfassung eine große Hilfe", sagte Eberhard.

Und Grönefeld nahm ihre Rolle gleich ernst: Die kleine Presserunde Rittners am Ende des Tages beendete sie mit einem charmanten, aber resoluten Zwischenruf: "Hör jetzt auf, wir müssen Sekt trinken." (tso/dpa)

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