Sport : Tennis: Nicht der Tag des Thomas Haas

Nichts wie weg. Thomas Haas wollte Stuttgart nur noch so schnell wie möglich verlassen. Nichts hielt den Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele nach seinem ersten Auftreten vor deutschem Publikum nach Sydney mehr beim bestbesetzten Hallen-Tennisturnier der Welt. "Es gibt für jeden irgendwann einen schlechten Tag, heute war es bei mir der Fall", meinte Haas, der beim 4:6, 2:6 in Runde eins gegen den Franzosen Sebastien Grosjean seinen Rhythmus nie fand. "Es schmerzt besonders, vor heimischem Publikum so früh auszuscheiden."

Zudem habe ihn der Schiedsrichter mit einigen zweifelhaften Entscheidungen aus dem Konzept gebracht: "In Deutschland scheint es immer Probleme bei knappen Bällen zu geben", sagte der Münchner, der voraussichtlich ab 13. November in Paris wieder an den Start gehen wird.

Mit seiner Pleite leitete Thomas Haas Teil zwei des deutschen Debakels bei der mit 2,95 Millionen Mark dotierten Konkurrenz in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle ein. Da anschließend auch Rainer Schüttler (Bad Homburg) 6:3, 4:6, 3:6 gegen den Schweizer Olympiasieger von 1992, Marc Rosset, unterlag, steht erstmals in der zwölfjährigen Turnier-Geschichte kein Deutscher im Achtelfinale.

Bereits am Montag waren die Qualifikanten Jens Knippschild (Essen), Christian Vinck (Halle) und Björn Phau (Berlin) auf der Strecke geblieben. Unterdessen haderte David Prinosil (Amberg) mit dem Veranstalter: "Ich finde es schon etwas seltsam, dass ich als deutscher Spieler bei einem deutschen Turnier in vier Jahren dreimal keine Wildcard erhalten habe", klagte der Daviscupspieler, der am Sonntag noch im Finale von Moskau stand (2:6, 5:7 gegen den Russen Jewgeni Kafelnikow).

Für Haas glich das Jahr auf dem Tennis-Court eher einer Achterbahn. Vom Ausscheiden in der zweiten Runde bei den Australian Open im Januar über das Finale beim Turnier in München im Mai, dem Aus in Runde zwei bei den US Open im September (gegen Rainer Schüttler) bis hin zum Olympia-Silber und dem K.o. in Runde eins in Stuttgart. "Das Jahr war ein Wechselbad der Gefühle", meinte Thomas Haas, der aber dennoch mit seinem Jahr 2000 insgesamt "recht zufrieden war. Ich bin wieder in den Top 20". Sein Ziel für 2001 ist klar: "Dann will ich wieder in die Top 10".

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben