Tennis : Pleitentag mit Grönefeld und Kiefer

Wieder ein trauriger Tag für die deutschen Tennisprofis um Anna-Lena Grönefeld und Nicolas Kiefer: Die German Open der Damen und das Masters-Turnier in Rom finden schon vom Achtelfinale an ohne deutsche Beteiligung statt.

Berlin/Rom - Nach dem Erstrunden-Aus von Thomas Haas flog Kiefer in der Ewigen Stadt mit 3:6, 6:7 (3:7) gegen den letztjährigen Viertelfinalisten Alberto Martin aus dem Wettbewerb.

Auch Kiefer konnte am Mittwoch mit einer viel zu fehlerhaften Leistung kaum Werbung für das Masters-Turnier in Hamburg in der kommenden Woche betreiben, meinte über sich selbst aber: «Ich war überrascht, dass ich mit ihm mitspielen konnte.» Vor allem sein Aufschlag sei zumindest im zweiten Satz gegen den Sandplatz- Spezialisten aus Barcelona besser geworden, befand der Niedersachse nach überstandener Bauchmuskelzerrung. Allerdings räumte er nach dem Match auf mäßigem Niveau auch ein: «Ich muss konstanter sein.»

In Berlin war vor allem das 3:6, 6:2, 3:6 der an Nummer sieben gesetzten Grönefeld gegen Außenseiterin Catalina Castano frustrierend für die Veranstalter aus Katar, die auf mehr Zuschauer als bei ihrer Premiere im Vorjahr hoffen. «Ich war nicht aggressiv genug und habe viel zu weit hinter dem Feld gestanden. Ich wollte besser spielen, weil Turniere in Deutschland für mich ein besonderer Ansporn sind. Aber sie hat es nicht zugelassen und mich hinten festgenagelt. Da habe ich dann die ganzen leichten Fehler gemacht», haderte Grönefeld mit ihrem ersten Auftritt nach einem Freilos und lobte gleichzeitig die Gegnerin aus Kolumbien. Castano profitierte bei ihrem zweiten Matchball nach knapp zwei Stunden folgerichtig von einem Fehler der Deutschen, die den Return ins Aus schlug.

Nicht überraschend kamen dagegen die Niederlagen von Martina Müller beim 3:6, 6:3, 0:6 gegen Swetlana Kusnezowa aus Russland und von Julia Schruff mit 4:6, 3:6 gegen die zurückgekehrte Schweizerin Martina Hingis. Müller wehrte sich gegen die ehemalige US-Open-Gewinnerin zwar beherzt, hatte aber dem Kraft-Tennis der Moskauerin im letzten Satz nichts mehr entgegen zu setzen. «Als sie in Führung lag, ist sie wie ein ICE über mich hinweg gebraust», gestand die 23-Jährige.

Julia Schruff hatte im vergangenen Jahr mit ihrem Zweitrunden-Sieg gegen die damalige French-Open-Gewinnerin Anastasia Myskina aus Russland für Furore gesorgt. Gegen die frühere Weltranglisten-Erste Hingis, die 1999 in Berlin Turniersiegerin war, stand die Augsburgerin trotz großer Gegenwehr auf verlorenem Posten. (Von Hans Moritz und Judith Elian, dpa)

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