Tennis : Schüttler kämpft vor Sportgericht um Startrecht

Im Kampf um seine Olympia-Teilnahme hat Tennisprofi Rainer Schüttler den Internationalen Sportgerichtshof CAS eingeschaltet. Sollte der Tennis-Weltverband ITF dem 32-Jährigen einen Startplatz bei den Spielen verwehren, will der Wimbledon-Halbfinalist seinen Start auf juristischem Weg einklagen.

„Wir wollen uns am Ende nicht vorwerfen lassen müssen, etwas versäumt zu haben“, sagte Schüttlers Trainer und Manager Dirk Hordorff.

„Die Befürchtung besteht, dass die ITF nach dem heutigen Tag Spieler in die Einzelkonkurrenz aufnehmen möchte, die weit hinter mir auf der ATP-Weltrangliste zum Stichtag vom 9.6.2008 platziert sind“, teilte Schüttler in einer Presseerklärung mit. Der Olympia-Zweite im Doppel von 2004 hat die Pekinger Niederlassung eines deutschen Anwaltbüros mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Die Kanzlei habe dies am Sonntag dem CAS-Büro in der Olympia-Stadt mitgeteilt.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßte Schüttlers Initiative. „Wir unterstützen sein Anliegen. Wir möchten ihn unbedingt dabei haben und werden dafür kämpfen. Er hat die nationalen Kriterien erfüllt“, sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Schüttler war am 23. Juli in letzter Minute vom DOSB für die Spiele nominiert worden. Doch der Tennis-Weltverband hat ihn bislang nicht in die Startliste aufgenommen, weil er zum Stichtag am 9. Juni nicht zu den besten 56 der Weltrangliste gehörte.

Die Frist der ITF war am Samstag abgelaufen. Am Freitag hatte ein Sprecher erklärt, es stünden noch mindestens zwei Spieler vor Schüttler, die bei Absagen qualifizierter Profis zuerst nachrücken würden. Vesper erklärte dagegen: „Unserer Ansicht nach gehört er zu den bereinigten Top 56.“ Hordorff äußerte in einem Interview auf der Internetseite Tennisredaktion.de heftige Kritik am Weltverband. „Die Hinhaltetaktik der ITF ist wirklich skandalös. Die ITF gibt keine aktualisierten Listen heraus, um von eigenen ungereimten Regeln abzulenken. Hinter einem solchen Fehlverhalten muss man Dummheit oder Bösartigkeit vermuten“, sagte Hordorff. Die endgültige Liste soll am Montag veröffentlicht werden, bei späteren Absagen rücken Spieler aus dem Doppel-Feld in Peking in die Einzel-Konkurrenz nach. „Das entspricht nun wirklich nicht dem olympischen Gedanken“, kritisierte Hordorff.

Als bisher einzige deutsche Teilnehmer am olympischen Tennis-Turnier stehen Philipp Kohlschreiber und Nicolas Kiefer fest. Kiefer hatte vor vier Jahren den Olympiasieg im Doppel mit Schüttler nur knapp verpasst. Kohlschreiber ging nach seinem Aus im Viertelfinale des Masters-Turniers in Cincinnati fest davon aus, im Doppel anzutreten. „Mir wurde von Anfang an erzählt, dass ich Doppel spiele und sich daran nichts ändern wird - egal wer mitkommt“, sagte der Augsburger. (dpa)

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