Tennis-Turnier beim LTTC Rot-Weiß : Geniale Mätzchen mit Henri Leconte

Der LTTC Rot-Weiß feiert die gelungene Premiere seines neuen Tennisturniers. Ehemalige Weltklassespieler wie Michael Stich und Henri Leconte spielen an zwei Tagen einen Teamwettkampf mit hochbegabten Junioren des Clubs.

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In den besten Jahren. Leconte unterhielt das Publikum wie in alten Zeiten.
In den besten Jahren. Leconte unterhielt das Publikum wie in alten Zeiten.Foto: dpa

Berlin - Als Michael Stich mitten im Spiel die Balljungen am Netz in die Geheimnisse ihres Dienstes einweist, umarmt Henri Leconte eine blonde Frau in Reihe eins einer Loge. Die Dame ist für einen Moment völlig aus dem Häuschen, wie mit ihr 2000 Zuschauer. „Alles klar?“, fragt der Franzose die beiden Balljungen am Netz. Das Publikum antwortet mit donnerndem Applaus.

Es ist lange her, dass sich im Steffi-Graf-Stadion des LTTC Rot-Weiß so viele Hände zum Applaus rührten. Die ruhmreichen Tage des Tennisclubs am Hundekehlesee in Grunewald liegen sieben Jahre zurück. Bis zu 50 000 Zuschauer zog es in einer Woche her, als hier noch die German Open ausgetragen wurden und Steffi Graf von Turniersieg zu Turniersieg eilte.

Grand Champions heißt die einzigartige Turnierform, die Markus Zoecke als Sportdirektor des LTTC Rot-Weiß und Organisator Frank Lichte neu auf den Weg gebracht haben. Ehemalige Weltklassespieler wie Michael Stich und Henri Leconte spielen an zwei Tagen einen Teamwettkampf mit hochbegabten Junioren des Clubs wie Nachwuchseuropameister Rudolph Molleker oder Ribana Roth aus.

Den „genialen Clown“ nannten sie ihn damals, als Leconte in den 1980er Jahren die internationale Tennisbühne aufmischte. Der French-Open-Finalist und Davis-Cup-Sieger macht noch heute, mit 51, eine gute Figur und treibt seinen Schabernack mit dem Publikum. Der ausdrucksstarke Linkshänder verführt die Zuschauer mit seinen liebevollen Mätzchen wie mit seinem immer noch raffinierten Spiel. Wie einst Ali im Boxring, der auf seine Gegner einredete, quasselt auch Leconte unablässig. Mal spricht er mit den Balljungen, mal schäkert er mit dem Publikum, dann ist wieder Stich dran: „Na, geht doch!“, ruft er übers Netz. Und natürlich spricht er ganz gern auch mit sich selbst: „Was machst du hier?“ oder: „Schaut euch diesen Schlag an!“

Michael Stich hat es da schwerer, wenngleich er das Spiel gegen Leconte gewinnt. Dem 46 Jahre alten Wimbledonsieger (1991) und Olympiasieger (1992) ging die Interaktion mit dem Publikum nie so leicht von der Hand. Während Leconte am Ende des Spiels gar nicht fassen kann, wie er gegen diesen „Glückspilz“ Stich verlieren konnte, bedankt dieser sich. „Es ist ein wunderschönes Stadion mit einer großartigen Atmosphäre“, sagt Stich. Dass am Vorabend die frühere Nummer eins der Tenniswelt, Jim Courier, verletzungsbedingt absagte, soll dem Erfolg der Premierenveranstaltung nicht im Wege stehen. „Ich weiß, wie viel Arbeit und Herzblut ein solches Turnier verlang “, sagt Stich. „Kompliment, dass man beim LTTC wieder etwas bewegen will und das Stadion bespielt wird.“ Der Applaus ist ihm sicher.

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