Sport : Tennis: Wimbledon gibt nach

Zum Auftakt der vierwöchigen Rasensaison wurden die Tennisprofis mit einer sensationellen Meldung aus London überrascht. Um einen Boykott der weltbesten Sandplatzspieler zu vermeiden, haben die Organisatoren der "All England Lawn Tennis Championships" in Wimbledon am Montag ein neues Setzsystem bekannt gegeben. Wie an allen anderen Grand Slam-Turnieren sollen künftig sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen 32 statt 16 Spieler gesetzt werden. Diese Gesetzten werden aus den Weltranglisten von ATP und WTA genommen, doch Wimbledon will weiterhin die Resultate der Spielerinnen und Spieler auf Rasen berücksichtigen.

Nach dem neuen Setzsystem würde Pete Sampras in Wimbledon höher als seine gegenwärtige Weltranglisten-Position (5) gesetzt, weil er dieses Turnier in den letzten acht Jahren sieben Mal gewonnen hat. Das neue System ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Association ein Kompromiss, um einerseits einen Boykott der Sandplatz-Spezialisten zu verhindern und andererseits Wimbledon zu ermöglichen, die Gesetztenliste auf Grund der Resultate auf Rasen zu erstellen. Letztes Jahr war unter anderem der Spanier Alex Corretja dem Turnier aus Protest ferngeblieben, weil sich Wimbledon bei der Setzliste nicht an das World Ranking gehalten hatte. In diesem Jahr will French-Open-Sieger Gustavo Kuerten nicht in London starten.

Tim Phillips, Präsident des All England Clubs, sagte: "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Spielerfähigkeiten auf Rasen berücksichtigt werden müssen, sind aber den Spielern entgegen gekommen, in dem wir die Gesetztenliste auf die 32 besten Spieler erweitert haben."

Unbeeindruckt davon hat Thomas Haas in seinem ersten Rasenmatch des Jahres einen Achtungserfolg gefeiert. Im ostwestfälischen Halle besiegte er den Weißrussen Max Mirnyi 6:4, 6:4. Titelverteidiger David Prinosil (Amberg) zog nach und besiegte den spanischen Sandplatzspezialisten Carlos Moya 7:6 (7:5), 7:6 (7:4). In der nächsten Runde wartet nun der an Nummer sechs gesetzte Schweizer Roger Federer.

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