Tennis : WM-Pause für Kohlschreiber

Kapitän Patrik Kühnen bleibt beim 29. World Team Cup in Düsseldorf nichts erspart. Nach dem Ausfall von Thomas Haas muss nun auch Philipp Kohlschreiber wegen einer Wadenverletzung pausieren.

Düsseldorf - «Er ist noch nicht soweit hergestellt, um ohne Risiko und hundertprozentig fit auf dem Platz zu stehen», erklärte Kühnen am Montag. Für den 22-jährigen Bamberger wird Alexander Waske am (morgigen) Dienstag (13.00 Uhr) in der zweiten Vorrunden-Begegnung der Gruppe Rot gegen Argentinien das zweite Einzel neben Nicolas Kiefer (Hannover) bestreiten.

Die Südamerikaner verloren bei ihrem ersten Auftritt gegen Tschechien beide Einzel, wodurch das Doppel nur noch für die Punktewertung in der Gruppentabelle von Belang war. Wegbereiter des Erfolges der Tschechen war Robin Vik, der überraschend den Weltranglisten-Zehnten und French-Open-Sieger von 2004, Gaston Gaudio, 7:6 (7:5), 6:3 schlug. Im zweiten Einzel setzte sich Tomas Berdych gegen David Nalbandian 6:4, 6:4 durch.

«Ich sehe das nicht als Nachteil an. Alex Waske hat sich im Einzel in diesem Jahr gut nach vorn gespielt. Er ist ein gefährlicher Spieler», meinte Kühnen zum notwendigen Personalwechsel. Der 40-jährige Saarländer hofft, dass Kohlschreiber im weiteren Turnierverlauf wieder eingesetzt werden kann. «Bei einem Schritt ist ihm der Schmerz reingefahren und die Muskulatur hat zugemacht», berichtete Kühnen. Kohlschreiber hatte sich die Verletzung in seinem Auftakteinzel gegen den Italiener Davide Sanguinetti (3:6, 6:3, 4:6) am Sonntag zugezogen. Dennoch gewann Titelverteidiger Deutschland gegen das Azzurri-Team dank Kiefer und dem Doppel Michael Kohlmann/Waske (Hagen/Frankfurt/Main) mit 2:1.

«Wenn mir nichts anderes mehr einfällt, wird Waske auch das Doppel spielen», sagte Kühnen. Für Waske ist es sein Einzel-Debüt für Deutschland. «So groß ist der Unterschied zwischen mir und Kohlschreiber nicht. Natürlich traue ich mir hier zu, Einzel zu spielen», meinte Waske. Den kurzfristig für Kohlmann ausgebooteten Florian Mayer (Bayreuth) wollte er trotz der angespannten Personallage nicht nachträglich zur Mannschafts-WM beordern.

«Die Situation ist unbestritten schwieriger als im vergangenen Jahr, dennoch ist die Titelverteidigung weiter ein legitimes Ziel», betonte Kühnen, für den der World Team Cup eine wichtige Plattform der Selbstdarstellung für die deutsche Equipe ist. «Außerdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, am Mannschaftsgefüge zu arbeiten.» Nach der 2:3-Pleite im Daviscup gegen Frankreich und dem frühen Aus der deutschen Asse beim Hamburger Master-Turnier gibt es genug zu tun.

Der eigenwillige Kiefer ist zumindest gewillt, bei der WM die Chancen zu nutzen, um verlorene Sympathien wieder zurückzugewinnen. «Asche ist sicherlich nicht mein Belag, aber ich sehe das als große Herausforderung», meinte der 28-jährige Hannoveraner, der sein erstes Einzel gegen den Italiener Filippo Volandri (7:6, 6:3) gewann und zugab: «In mir herrscht manchmal das Chaos, aber diesmal hatte ich es im Griff.» (Von Andreas Schirmer, dpa)

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