Sport : Tennisverband kämpft um Hamburg Berufung gegen Abwertung des Rothenbaum-Turniers

Hamburg - Der Deutsche Tennis Bund (DTB) ist in der juristischen Auseinandersetzung um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers in Berufung gegangen. „Wir wollen alles tun, um den Wert des Turniers zu erhalten“, sagte DTB-Präsident Georg von Waldenfels am Dienstag in Hamburg. Am 5. August hatte eine Jury am District Court in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware eine Klage des DTB gegen die Herren-Spielerorganisation ATP abgewiesen, die den German Open von 2009 an den Masters-Status der zweithöchsten Turnierkategorie aberkannt hatte.

„Wir sind keine Prozess-Hanseln und weiter an einem Vergleich interessiert, es kann aber nicht sein, dass so eine Entscheidung einseitig zu Lasten des DTB geht“, sagte von Waldenfels. Zumindest hätte dem DTB, der in den vergangenen Jahren umfangreich in die Traditionsveranstaltung investiert hatte, ein Schadensersatz zugesprochen werden müssen, forderte er. „Unsere Anwälte gehen davon aus, dass das Urteil gerade in diesem Punkt im hohen Maße anfechtbar ist.“ Die Berufung dürfte den DTB laut von Waldenfels zusätzlich zu den bereits angefallenen 2,5 Millionen Euro an Anwaltshonoraren noch einmal rund 200 000 Dollar kosten. Erst bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres rechnet der Verband mit einem Gerichtsspruch.

2009 wird die Sandplatz-Veranstaltung daher laut Turnierdirektor Carl-Uwe Steeb in jedem Fall zunächst in der dritthöchsten so genannten 500er Kategorie geführt. Außerdem wird das Turnier statt an seinem angestammten, günstigeren Termin im Mai im kommenden Jahr vom 20. bis 26. Juli gespielt. Die French-Open-Generalprobe mit dem Masters-Status wird jetzt auf Wunsch der ATP in Madrid veranstaltet. Dort ist mehr Geld zu verdienen, weil Fernsehgelder in Deutschland nicht gesichert sind.

„Wir sind nach wie vor eines der größten 20 Turniere der Welt und das wichtigste in Deutschland“, sagte Steeb. Er erklärte aber auch, dass die Dotierung etwa um die Hälfte auf knapp 1,1 Millionen Euro reduziert wird. Nur Masters-Wettbewerbe gehören zum Pflichtprogramm der Top-Ten-Spieler. Von den elf Turnieren der 500er-Serie müssen die besten 30 Spieler der Welt nur vier bestreiten. In das Budget der German Open 2009 müssen nun auch Antrittsprämien für die Stars der Branche eingeplant werden.

Parallel zum Hamburger Turnier findet in Washington auf Hartplatz noch ein weiteres 500er-Turnier statt. Und dies ist zur Vorbereitung auf die US Open, ein Hartplatz-Turnier, besser geeignet als ein Sandplatzturnier. dpa

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