Teuer erkaufter Sieg : Union zwischen Freude und Frust

Nach dem ersten Saisonsieg ist der Glaube an die eigene Stärke beim 1. FC Union zurück. Doch die drei Punkte gegen Duisburg mussten die Köpenicker teuer bezahlen: Michael Parensen und Ahmed Madouni fallen mit Verletzungen aus.

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Das Knie schon wieder. Michael Parensen wird Union erneut mehrere Wochen fehlen.
Das Knie schon wieder. Michael Parensen wird Union erneut mehrere Wochen fehlen.Foto: dpa

Berlin - Am Tag nach dem ersten Saisonsieg wollte Torsten Mattuschka mit Fußball erst einmal nichts zu tun haben. Uwe Neuhaus, der Trainer des Zweitligisten 1. FC Union Berlin, hatte seinen Spielern nach dem 2:0-Erfolg gegen den MSV Duisburg zwei Tage frei gegeben, und so erholte sich Mannschaftskapitän Mattuschka im Kreise seiner Familie von den Strapazen der laufenden Saison.

Die vergangenen Wochen haben Kraft gekostet – vor allem im mentalen Bereich. Sechs Pflichtspiele in Folge konnten die Berliner nicht gewinnen, ehe ihnen gegen Duisburg der Premierensieg gelang. Sechs Spiele, in denen das Selbstvertrauen der Spieler litt. Deshalb sagt Mattuschka: „Der Sieg war ganz wichtig – gerade für den Kopf. Wenn man so lange nicht gewinnt, verkrampft man ganz automatisch.“ Im Spiel gegen den MSV war davon nichts zu sehen. Die Mannschaft zeigte ihre bis dahin beste Saisonleistung und gewann hochverdient gegen die individuell stark besetzten Gäste. Auch wenn Trainer Neuhaus die Leistung nicht überbewerten wollte und seine Spieler „nicht besser als gegen Hertha“ sah, so hat das Duisburg-Spiel gezeigt: Der 1. FC Union kann an guten Tagen gegen jeden Gegner in der Zweiten Liga bestehen, wenn Einsatz und Laufbereitschaft stimmen. Das sieht Kapitän Mattuschka ähnlich: „Wenn wir hinten sicher stehen und sich jeder läuferisch und kämpferisch einbringt, müssen wir uns vor niemandem verstecken. Wir sind nicht so schlecht, wie es unsere Tabellensituation vermuten lässt.“ In der Tabelle verbesserten sich die Berliner nach dem Sieg über Duisburg vom 17. auf den 14. Platz und verließen die Abstiegsplätze. Dass die nunmehr geholten Punkte aber kein Grund zum Ausruhen sind, verdeutlichte Dominic Peitz: „Mit fünf Zählern ist noch jeder abgestiegen. Nun müssen wir den Schwung mitnehmen und nachlegen.“ Der 26-Jährige gehörte am Sonntag genau wie Mattuschka und Chinedu Ede zu den besten Berlinern.

Uwe Neuhaus ist in Gedanken ebenfalls schon beim nächsten Spiel. Gegen 1860 München wird Unions Trainer die erfolgreiche Mannschaft aus dem Spiel gegen Duisburg notgedrungen ändern müssen. Santi Kolk ist nach seinem Platzverweis – er sah in der Schlussphase Gelb-Rot – für ein Spiel gesperrt, Ahmed Madouni und Michael Parensen werden wohl noch länger ausfallen. Madouni zog sich bei einem Zusammenprall mit Torhüter Jan Glinker eine Zerrung der Bänder des rechten Schultergelenks zu und wird zumindest in München nicht auflaufen können. Noch schwerer traf es Michael Parensen. Wie der Verein bestätigte, zog sich Parensen einen Innenbandriss im linken Kniegelenk zu und wird mehrere Wochen ausfallen. Für Parensen ist die Verletzung besonders bitter. Der Mittelfeldspieler hatte sich nach sechsmonatiger Verletzungspause erst kürzlich wieder in die Mannschaft gespielt. Parensen und Madouni waren gestern folglich die einzigen Unioner, die ihren freien Tag nicht genießen konnten.

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