Sport : Teure Option

Robert Ide

Es gibt nicht genügend Eintrittskarten für die Fußball-WM 2006. Das ist eine Banalität – und manchmal auch eine Ausrede für die Organisatoren, wenn der Ticketverkauf wieder einmal zum öffentlichen Aufreger wird. Trotzdem stimmt es: Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Deshalb ärgern sich viele Fans über den Ticketverkauf.

Auch die Verbraucherschützer ärgern sich. Sie haben Klage gegen die Organisatoren eingereicht, weil diese im Voraus eine Menge Geld für Karten abbuchen, welche die Fans möglicherweise bekommen, möglicherweise aber auch nicht. Das hing zunächst von den sich qualifizierenden Ländern ab, nun davon, wie viele Karten von Sponsoren und Verbänden zurückgegeben und dann an die Fans weitergegeben werden. Es geht also um Optionen auf Eintrittskarten. Wer am Ende dann kein Ticket bekommt, erhält sein Geld zurück – jedoch sehr viele Monate nach dem Optionskauf, jedoch abzüglich einer Bearbeitungsgebühr.

Die Kritik an den Verkaufsbedingungen und der späten Rückzahlung ist berechtigt. Denn der Verdacht drängt sich auf, dass sich das Organisationskomitee seine laufenden Kosten von Fußballfans finanzieren lässt, ohne ihnen am Ende wirklich einen Platz im Stadion anbieten zu können. Trotzdem steckt in der Klage auch ein wenig Populismus. Das Programm der so genannten Optionstickets ist eine gute Erfindung dieser Weltmeisterschaft und sollte der Klage deshalb nicht zum Opfer fallen. Denn der Handel mit Optionskarten kann verhindern, dass in ausverkauften Stadien Plätze frei bleiben. Über ungefüllte Tribünen würden sich bei der Fußball-WM Organisatoren und Fans gleichermaßen ärgern.

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