Sport : Teure Runde

SCC-Volleyballer heute im Europapokal gefordert

Karsten Doneck

Berlin - Die nächste Runde kommt den SC Charlottenburg teuer zu stehen. Um 10 000 bis 15 000 Euro, so die vorsichtigen Schätzungen beim Deutschen Volleyball-Meister, müsste der Saisonetat bei einem Weiterkommen in der Champions League aufgestockt werden, allein wegen des Mehraufwands für die Reise zu einem weiteren Auswärtsspiel. Dabei klaffen schon im aktuellen Haushalt von 600 000 Euro Lücken. Den SCC hindern derlei finanzielle Sorgen nicht daran, voller Konzentration die Qualifikation für die Play-offs anzustreben. Die Chancen stehen nicht schlecht: Zwei Siege hat der SCC schon auf dem Konto, heute gegen Österreichs Vizemeister HT Innsbruck (19 Uhr, Sömmeringhalle), dem fünften von insgesamt acht Gruppenspielen, soll die Bilanz weiter aufgebessert werden. Das Hinspiel in Innsbruck haben die Charlottenburger 3:2 gewonnen – nach 0:2-Satzrückstand.

Finanziell ist die Volleyball-Champions-League, ganz im Gegensatz zu der im Fußball, nach wie vor ein beträchtliches Zuschussgeschäft. Rund 90 000 Euro muss der SCC allein in der Vorrunde aus eigener Tasche zahlen. Startgebühr, Marketingmaßnahmen, Reisen und anderes mehr – das summiert sich. „Nur wenn wir bei jedem Heimspiel 3000 Zuschauer in der Halle hätten, würde man vielleicht ein ganz kleines Plus erzielen“, sagt Günter Trotz, der Geschäftsführer des SCC.

Aber der SCC begreift den finanziellen Einsatz im Europacup auch als Investition für die Zukunft. „Diese Spiele bringen unsere jungen Leute in Meilenschritten voran. Was zum Beispiel Felix Fischer vor fünf Monaten war und wie er jetzt auftritt – das ist doch ein himmelweiter Unterschied“, sagt SCC-Manager Kaweh Niroomand. Junge Spieler wie Fischer, Eichbaumb oder Kromm haben enorme Fortschritte erzielt. Deutlich wurde das beim 3:2-Sensationssieg des SCC über das Weltklasse-Team von Sisley Treviso. Wobei beim SCC aller Jubel über den Triumph inzwischen aber einer eher nüchternen Betrachtungsweise gewichen ist. Niroomand: „Wenn wir 100 Spiele gegen Treviso machen würden, verlieren wir 98. Und die anderen beiden gewinnen wir auch nur, weil die keine Lust mehr haben.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben