• Thanou erhält Silbermedaille von Jones Auch die Griechin steht unter Dopingverdacht

Sport : Thanou erhält Silbermedaille von Jones Auch die Griechin steht unter Dopingverdacht

London/Athen - Die unter Dopingverdacht stehende griechische Sprinterin Ekaterina Thanou hat nachträglich die Silbermedaille der überführten Dopingsünderin Marion Jones (USA) für die 100 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton erhalten.

Jones war bei der WM vor sieben Jahren Zweite vor Thanou geworden, die Ukrainerin Schanna Block hatte das Rennen gewonnen. „Aus juristischer Sicht hatten wir keine andere Wahl. Es gab keinen Beweis für Dopingvergehen von Thanou in der fraglichen Zeit“, sagte ein Sprecher des Internationalen Leichtathletik- Verbandes IAAF. Thanou war 2004 für zwei Jahre gesperrt worden, weil sie sich vor den Olympischen Spielen in Athen gemeinsam mit Sprinter Kostas Kenteris einer Dopingkontrolle entzogen hatte.

Gegen Thanou und Kenteris sowie deren ehemaligen Trainer steht jedoch noch ein Prozess wegen Meineids aus. Ein Athener Gericht wird im Juni entscheiden, ob die drei am 12. August 2004, einen Tag vor Beginn der Spiele in Athen, einen Motorradunfall inszeniert haben. Dagegen hatte die griechische Justiz Ende Oktober 2007 die strafrechtliche Verfolgung gegen das griechische Sprinter-Duo im Zusammenhang mit dem Balco-Labor in Kalifornien eingestellt. Thanou setzte ihre Karriere nach dem Ende der Sperre fort: Bei der Hallen-EM 2007 in Birmingham wurde sie jedoch ausgepfiffen.

Jones hatte im vergangenen Jahr die Einnahme von Dopingmitteln zugegeben. Ende 2007 hatte der IAAF all ihre WM-Medaillen eingezogen, sie aus allen Ergebnislisten seit dem 1. Oktober 2000 gestrichen und alle Prämien zurückgefordert. Olympia-Medaillen kann indes nur das IOC entziehen. Dieses hat noch nicht entschieden, wie Jones' fünf Goldmedaillen von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney neu verteilt werden. Über 100 Meter war die Griechin Thanou damals Zweite geworden und hätte demnach Anspruch auf die Goldmedaille. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar