Sport : The art of Football

Hans-Hubert Vogts verbrachte in den vergangenen Monaten ein schönes Leben. Der frühere Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft unternahm Reisen mit der Familie in ferne Länder. Nicht als Pauschaltourist. Abseits der üblichen Routen tourte Vogts wahlweise mit dem Rucksack, Zelt oder Wohnwagen durch Alaska, Südafrika, Neuseeland, Ruanda und die Serengeti. Unterwegs begann er mit dem Golfspielen, hospitierte bei Manchester United und verbesserte sein Englisch. Neulich wirkte er sogar in einer Nebenrolle in einem Tatort mit. Doch in seiner neuen Rolle tut er sich noch etwas schwer. Seit dem 1. März ist Vogts schottischer Nationaltrainer. "Easy game", hatte er vorigen Mittwoch vor dem Spiel seiner Mannschaft in Paris gegen Frankreich gesagt. "Es gibt nichts zu verlieren" für die Schotten gegen den Welt- und Europameister. 90 Minuten später waren die Schotten untergegangen. Fünf Tore hatten ihnen die Franzosen eingeschenkt. Eins schöner als das andere.

Die Schotten nahmen die Niederlage vergleichsweise gelassen hin. Der in Edinburgh erscheinende "Scotsman" fasste zusammen: "Vogts erhält ernüchternden Einblick in das Ausmaß der Mittelmäßigkeit." Diese Zurückhaltung erstaunt etwas. Die Schotten, die Vogts bis 2006 an sich gebunden haben, glaubten in dem Mann aus Büttgen den Erfolg eingekauft zu haben. Im Norden der Insel galt der frühere Bundestrainer bis vor kurzem als England-Bezwinger und Europameister. Auf beide wird viel zukommen. Am Rande der Premierenpleite sagte Vogts: "I love this art of Football." Schottische Fußballkunst wird er damit nicht gemeint haben.

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